Archiv | ATW: Neuseeland RSS feed for this section
16. März 2012

Schafe soweit das Auge reicht

Schafe soweit das Auge reicht

24. Februar – 11. März 2012
Geschrieben in Christchurch, Neuseeland

Neuseeland hat eine der vielfältigsten und spektakulärsten Landschaften der Welt. Auf der Nordinsel sahen wir Vulkanlandschaften, einsame, friedliche Südseestrände und Regenwälder. Hier auf der Südinsel schneebedeckte Berge, Gletscher, wunderschöne Dünenlandschaften und eine wilde Küste mit schroffen Felsen. Die grünen saftigen Hügel mit vielen Schafen konnten wir auf beiden Inseln finden.

Wir starteten unsere Reise ganz oben im Norden mit einem Besuch bei Bekannten welche hier Ferien machten. Sie kennen Neuseeland sehr gut und somit lernten wir einen wunderschönen Ort kennen, den wir sonst gar nicht besucht hätten: Den Wharariki Beach in der Nähe von Cape Farewell (nördlichster Spitz der Südinsel) und seinem Leuchtturm. Wir machten einen kurzen Spaziergang über Wiesen und durch eine Buschlandschaft bis plötzlich die mächtigen Dünen zum Vorschein kamen.

Es war ein herrliches Gefühl barfuss durch den mehlig-weissen Sand zu laufen. Aufgrund des sehr starken Windes hatten wir etwas länger das andere Strandende zu erreichen. Dort gibt es einen Weg zurück aber nur bei Ebbe und wir konnten nicht einschätzen ob das Wasser kam oder sich zurückzog. Wir probierten es einfach aus! Durch den kleinen Tunnel der zu den anderen Felsen führte kamen wir… das Wasser reichte nur bis zu den Knöcheln. Um diese Felsen herum konnten wir nicht mehr laufen, also mussten wir darüber klettern um zum Weg zu gelangen. Beim anziehen der Schuhe fiel mir einer hinunter in den Sand und ich musste mich beeilen um ihn aufzuheben bevor die nächste Welle kam. Dies gelang mir auch, aber der andere, schon angezogene Schuh wurde mit der nächsten Welle überschwemmt. So musste ich mit einem sumpfigen Schuh zurücklaufen. Dieser Ausflug war ein kleines Abenteuer und hat trotz nasser Füsse Spass gemacht! Ausserdem eines unserer grössten Highlights von Neuseeland.

Nach dem Besuch fuhren wir weiter Richtung Berge, den Southern Alps. Unterwegs wanderten wir noch entlang der Küste, im Regenwald des Abel Tasman Nationalpark mit schönen Aussichten auf das türkise Meer und die einsamen Buchten. Danach fuhren wir entlang der herrlichen und wilden Westküste mit ihren schroffen, spitzigen Felsformationen und den grossen Wellen. Das reizte vor allem Michu zum baden doch es war viel zu kalt und die Strömung ist nicht zu unterschätzen…

Neuseeland Südinsel

Der Franz Josef Gletscher erhielt seinen Namen von einem Österreicher, der den Gletscher als Erster erkundete und ihn nach seinem Kaiser taufte. Wenn man den Perito Moreno Gletscher in Patagonien oder auch den Aletschgletscher bei uns gesehen hat, ist dies kein grosses Spektakel mehr. Trotzdem war es eindrücklich, weil man ganz nah zu ihm hinwandern kann. Da das Wetter schlecht war, gingen wir den zweiten berühmten Fox Glacier nicht mehr besuchen. Wir fuhren weiter ins wunderschöne Städtchen Queenstown welches direkt an einem See und umgeben von Bergen liegt. Es ist das Top Ziel für Abenteueraktivitäten. Wir verzichteten aber auf Bungee-Jumping, Drachenfliegen oder Wildwasser-Rafting und gingen statt dessen auf eine Rodelbahn, was mir persönlich viel mehr Spass machte. 🙂

Von Queenstown aus buchten wir unsere „Kreuzfahrt“ durch die Milford Sounds. Diese befinden sich nur ein paar km von hier entfernt. Luftlinie!! Fahren mussten wir rund um die Berge ca. 300km (oder 4,5h) mit dem Auto… Dafür konnten wir knappe 2h durch den Fjord fahren und die steilen Hänge der Berge auf beiden Seiten und die vielen Wasserfälle bestaunen.

Bevor wir den berühmten Mount Cook besuchten, fuhren wir noch einen kleinen Umweg, um die eindrücklichen Moeraki Boulders zu besichtigen. Runde Kugeln aus Stein die aussehen wie grosse Murmeln am Strand…

Der Mount Cook ist ein mächtiger, schneebedeckter Berg mit 3755m und mit vielen Nachbarsbergen, welche annähernd so hoch sind. Von den 27 Dreitausendern Neuseelands liegen 22 im Mount Cook National Park. Umgeben sind sie von schönen türkisfarbenen Bergseen wie zum Beispiel dem Lake Tekapo. Hier wanderten wir zwischen gelbem, strohigem Gras und vielen Kaninchen dem See entlang.

Wegen dem starken Erdbeben vom Januar 2011 ist das Zentrum von Christchurch fast vollständig zerstört. Wir gingen kurz hin aber es lohnte sich nicht. Alles ist abgesperrt, man sieht nur Zerstörung und viele Baustellen. Hier gaben wir unseren Camper ab und ab hier fliegen wir weiter nach Australien.

Die Zeit hier in Neuseeland ist für uns extrem schnell vorbeigegangen. Die freundlichen Einwohner, das angenehme Klima, die prima Strassen, die gut organisierten Aktivitäten und Informationszentren und die phantastischen Campingplätze machen das Reisen hier zu einer grossen Freude. Wir werden Neuseeland als entspanntes und wunderschönes Reiseland in Erinnerung behalten.

Bis gli,
Stine u Michu

28. Februar 2012

Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao

Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao

9. – 23. Februar 2012
Geschrieben in Nelson, Neuseeland

Nach sechs Stunden Flug und einen Tag später (Datumsgrenze) landeten wir in Auckland, Neuseeland! Jetzt sind wir der Schweiz zeitlich voraus! Hier reisen wir mit einem Camper in einem Monat von Norden nach Süden. Auckland bis Christchurch.

Bevor wir den Camper übernehmen konnten, verbrachten wir zwei Tage in Auckland. Eine wunderschöne, kleine und übersichtliche Stadt. Damit ist das Zentrum gemeint, denn mit all den Quartieren mit seinen Einfamilienhäusern ist die Stadt recht gross. Die Neuseeländer haben Platz. So kann sich jeder ein eigenes Haus bauen. Die Fläche ist 8x so gross wie die Schweiz aber Einwohner haben sie halb so viele… (ein bisschen mehr als 4 Mio.).

Wir besichtigten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie z.B. das alte Gebäude des Civic Theaters, den  eleganten Albert Park mit der Universität und dem alten Regierungsgebäude, den 328m hohen Sky Tower und die Art Gallery, die aussieht wie ein Schloss. Das schönste in dieser Stadt war aber wieder mal der grosse Hafen. Wir verbrachten viel Zeit dort, unter anderem weil es gute, neue In-Restaurants und Bars entlang den Piers gab und sehr viele, extrem luxuriöse Jachten und Segelschiffe. Auch das Americas Cup Matchrace-Boot des Teams Neuseeland konnte man hier bestaunen.

Und dann konnten wir endlich unseren Camper abholen und losfahren. Wir freuten uns so sehr aufs selber kochen, dass das erste was wir machten einkaufen in einem grossen Supermarkt war. Das Sortiment war wie in der Schweiz, wenn nicht noch grösser!

Ab gings durch die Stadt aufs Land Richtung Norden via Goat Island nach Russell in der Bay of Islands. Wir buchten eine Tour: „Schwimmen mit Delphinen“.  Ich freute mich natürlich riesig obwohl dies vier Stunden auf einem Boot bedeutete. (Mit Tabletten und den Kopf voller Delphinen ging dies aber tip top). Die Delphine hatten an diesem Tag keine Lust mit uns zu spielen und wir konnten nicht mit ihnen schwimmen aber wir haben sie lange und von sehr nahe gesehen. Schon das war es wert!

Was wir raufgefahren sind mussten wir auch wieder runter. Und fuhren die nächste Halbinsel wieder hinauf.  Über die kurvenreiche Strasse kamen wir zum Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula. Dort gruben wir uns am Strand ein Loch, sassen rein und genossen das 70 Grad heisse Wasser, welches bei Ebbe an die Oberfläche stösst. (Wir mussten das Wasser mit kaltem Meerwasser verdünnen, sonst wäre es doch etwas zu heiss gewesen…) Gewärmt wird das Wasser durch den untendurch fliessenden Lavastrom… Wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee. Es hatte etwa 200 Leute, die die Gleiche hatten!

Wieder runtergefahren und nach einem Bad im Meer an der beliebten Bay of Plenty mit 9 km Strand, verliessen wir die Küste und fuhren ins Landesinnere nach Rotorua. Als Willkommensgeschenk erhielten wir gleich bei der Ankunft eine Nase voll von der schwefelreichen Luft der vielen dampfenden Thermalquellen und brodelnden Schlammtümpeln. Die Maori verehren diesen Ort  und deshalb gingen wir nach Whakarewarewa oder kurz Whaka (der Titel dieses Berichts ist übrigens der volle Maori-Name dieses Dorfes). Ein Dorf mitten in Rotorua, in dem schon seit Hunderten von Jahren und noch heute Einheimische Maori leben. Mit einem „Stadtplan“ in der Hand besichtigten wir die verschiedenen Thermalquellen welche die Maori zum baden, waschen und kochen noch heute benutzen. Das Highlight auf dieser Tour war aber der berühmte Geysir, der heisses Wasser bis zu 30m in die Höhe schiesst.

Gesamtüberlick WR 11/12

An Vulkanen vorbei fuhren wir weiter bis nach Waitomo und besichtigten eine Glühwürmchenhöhle. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Höhle ging es in einem Boot durch die stockdunklen Gänge. Über uns tausende von Glühwürmchen. Es sah aus wie ein Sternenhimmel. Wunderschön aber kurz. Wir wären gerne noch ein wenig länger in der Dunkelheit  geblieben.

Ein weiterer sehenswerter Ort auf der Nordinsel ist Wellington. Eine kleine Stadt mit viel Charme und extrem vielen und guten Cafes. Wir spazierten durch den Botanischen Garten gingen in den Zoo und ins Te Papa Museum. Das beste Museum von Neuseeland hiess es. Und das glauben wir gerne! Es bietet sehr viele verschiedene Ausstellungen. Von Erdbeben- und Vulkankunde (es gab einen Erdbebensimulator… war nicht sehr angenehm) über die ganze Tier- und Pflanzenwelt von Neuseeland (der grösste je gefangene Oktopus liegt hier; oder ein Blauwal-Skelett), die Geschichte der Einwanderer bis hin zu jeglichen Informationen über die Ureinwohner, den Maori. Man kann viel sehen, hören, anfassen… einfach toll gemacht.

Nun wird es Zeit für die Südinsel! Geplant war die dreistündige Überfahrt Morgens um halb elf. Gefahren sind wir erst am Abend um acht! Die Morgenfahrt wurde annulliert die nächste freie Fahr war um acht! Also gab es für uns nochmals ein Tag Wellington, ein Tag mehr asiatisches Essen und ein Tag mehr gute Cafes. Obwohl… diese findet man hier überall im ganzen Land!

Bis gli,
Stine u Michu