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10. Februar 2012

Die Moai-Insel

Die Moai-Insel

23. – 25. Januar 2012
Geschrieben in Moorea, Französisch-Polynesien

Voller Vorfreude machten wir uns nach über vier Monaten auf dem südamerikanischen Festland in Richtung der Osterinsel auf. Diese Insel gehört zu Chile und ist von nur 3’500 Einwohner bewohnt. Die Einwohner sind grösstenteils gross, dunkel und kräftig; etwa so wie man es auch von Hawaii oder der Südsee kennt. Es gibt keinen bewohnten Fleck auf der Erde, auf dem die nächste Zivilisation weiter entfernt ist als hier (Chile ca. 4’200km, Französisch-Polynesien ca. 4’500km).

Gleich nach der Ankunft quartierten wir uns im bisher teuersten Hostel direkt im einzigen Ort hier auf der Insel ein. Nicht nur das Hostel war hier teurer, sondern auch die Lebensmittel, Fahrzeugmieten, etc. waren hier viel teurer als von Chile oder Argentinien her gewohnt.

Bekannt ist die Insel vor allem für die Moai-Kultur und deren Leute, welche vor hunderten von Jahren die weltberühmten Steinköpfe herstellten und diese tonnenschwere (der Grösste misst 21m!) teilweise über 12km über die ganze Insel gerollt haben. Insgesamt wurden auf der Insel bereits über 600 Stück gezählt. Eine Leistung die für uns nicht wirklich fassbar ist.

Am ersten Abend gingen wir den wunderbaren Sonnenuntergang in der Nähe unseres Wohnortes Hanga Roa schauen. Etwa neun Moais stehen dort in perfekter Fotografenmanier still und geniessen mit vielen Schaulustigen den Sonnenuntergang. Obwohl wir am nächsten Tag auch nochmals vorbei schauten blieb es auf Grund der Wolken der einzige richtig kitschige Untergang…

Tags darauf mieteten wir ein Quad und fuhren den Rundkurs um die Insel, welcher teils aus Asphalt teils aber auch aus einer ziemlich löchrigen Staubpiste bestand, ab. Auf dieser 70km- Fahrt macht man ca. 15-20 Stopps an den Stätten und historischen Orten dieser Kultur. Die Spanne reicht von ziemlich zerstörten und umgefallenen Moais bis hin zu einer super erhaltenen Reihe von über 10 Moais auf einem Sockel in Reih und Glied direkt am Meer stehend. Sehr beeindruckend war auch „die Fabrik“, ein zentraler Fels aus dem sämtlichen Moais herausgehauen wurden und noch diverse Unvollendete rumliegen, rumstehen oder teilweise noch halb im Fels hängen!

Nebst den Steinköpfen gefiel uns auch die Natur sehr gut. Dies vor allem weil die Insel überhaupt nicht trocken war, wie wir uns dies vorgängig vorgestellt hatten. Vor allem die riesigen Rasenflächen begeisterten uns, da uns dies an die Schweiz erinnert und eben dieses Bild schon lange nicht mehr gesehen haben.

Zudem haben wir noch einen nahezu perfekten Strand entdeckt: Feinster weisser Sand, überall Palmen, wenig Leuten, wenig Wellen, ca. 7 Moais als Rettungsschwimmer J und drei kleine Wellblech-Restaurants mit lokalen Fisch-Spezialitäten…

Am dritten Tag verbrachten wir etwas Zeit am Strand bevor es dann wieder Richtung Flughafen ging. Abends setzten wir unsere Weiterreise nach Tahiti fort, auf deren Schwesterinsel Moorea wir die zwei nächsten Wochen verbringen werden. J

Bis gli,
Stine u Michu

1. Februar 2012

Letzter Stop auf dem südamerikanischen Festland

Letzter Stop auf dem südamerikanischen Festland

19. – 23. Januar 2012
Geschrieben in Osterinsel, Chile

Nach dem Seengebiet flogen wir wieder Richtung Norden nach Santiago de Chile, die Hauptstadt mit über 5 Mio. Einwohnern, was ca. 40% aller Chilenen entspricht.

Zum Glück gaben uns zwei Reisende in Valparaiso den Tipp eine „Free Walking Tour“ durch Santiago zu machen denn die war einfach super! Noch nie haben wir eine so spannende und informative Führung durch eine Stadt gemacht.
Jeden Tag um 10:00 Uhr vor der Kathedrale an der Plaza de Armas, dem Hauptplatz von Santiago startet die Tour. Felipe, der Führer arbeitet in einem Theater und führt als Zweitjob Touristen durch die Stadt. Dass er Schauspieler ist merkte man sofort. Er konnte so interessant und lebhaft erzählen, dass es garantiert nie langweilig wurde. Nicht die Standartsätze wie: „diese Kirche XY wurde um 1817 gebaut…“, sondern viel über die heutige chilenische Politik, über die Mapuche (Ureinwohner), über die Eroberung Chiles durch die Spanier und die Kolonialzeit. Wir besichtigten natürlich die obligatorischen, bekannten Sehenswürdigkeiten wie aber auch weniger bekannte Quartiere wo es gute Cafés und Restaurants gibt oder wo das Nachtleben am tollsten ist.

Am nächsten Tag befolgten wir den Rat von Felipe und fuhren mit dem Bähnli hinauf auf den Cerro San Cristobal, dem Ausflugsberg von Santiago, (zu vergleichen mit dem Gurten in Bern.) Oben hatten wir eine super Aussicht über die ganze Stadt. Und wenn es kein Dunst, oder besser Smog gehabt hätte, hätten wir sogar die schneebedeckten Anden im Hintergrund gesehen. Ausserdem gibt es auf diesem Hügel einen Zoo, einen botanischen und japanischen Garten, zwei grosse Schwimmbecken, Spielplätze usw. Wir verzichteten auf diese Attraktionen und besuchten noch einen anderen Hügel, den nicht so hohen Cerro Santa Lucia mitten im Zentrum von Santiago. Als die Eroberer im Tal wo heute die Stadt liegt ankamen benutzten sie den Hügel als Wachturm und gründeten dort 1541 die Stadt Santiago. Der frühere Wachturm ist heute ein Park mit Spazierwegen, einer Kapelle auf der Spitze, mehreren Brunnen und einigen Bäumen. Auch hier hatten wir eine herrliche Sicht auf die Stadt.

Die Abende verbrachten wir alle in unserem Hostel. Mit dem schön gestalteten Innenhof mit Lounge, Teich, vielen Pflanzen und der romantischen Beleuchtung war es hier richtig gemütlich. Und der Besitzer kochte jeden Abend ein ausgezeichnetes Nachtessen!

Nach Santiago und über 4 Monaten südamerikanisches Festland fliegen wir nun weiter auf die Osterinsel und berichten euch bald von unseren Eindrücken der Moai-Kultur.

Bis gli,
Stine u Michu

25. Januar 2012

Einmal um den See

Einmal um den See

12. – 19. Januar 2012
Geschrieben in Puerto Montt, Chile

An Michus Geburtstag mussten wir wirklich früh aufstehen. Da unser Flug von Santiago aus um 12:00 ging und wir ja noch in Valparaiso waren. Wir waren kurz vor 8:00 am Flughafen. Viel zu früh natürlich. Aber wir konnten ja nicht wissen, dass der Buschauffeur die gute Idee hatte uns am Strassenrand in der Nähe vom Flughafen (der ist recht weit weg vom Busbahnhof von Santiago… und fast näher bei Valparaiso….) auszusetzen. Gleich hinter dem Strassengraben gab es Taxis. Dies brachte uns in 5 Minuten zum Flughafen.

In Puerto Montt angekommen fuhren wir ins touristischere Puerto Varas welches nicht am Meer sondern am Lago Llanquihue liegt. Es ist ein kleines, hübsches Dörfchen mit vielen Cafés und einem Sandstrand. Hier tranken wir übrigens endlich wieder mal einen guten Kaffee, denn sonst kann man den hier einfach nicht trinken! Wir mieteten ein Auto um einmal rund um den See zu fahren. Im Hotel wurden wir gewarnt, dass es zu dieser Jahreszeit im Osten des Sees (also im schönsten Teil…) viele Pferdebremsen habe. Und so war es auch… Ich blieb meistens im Auto während Michu rannte um ein schönes Foto zu machen. Bei den berühmten Wasserfälle von Petrohué stieg dann auch ich aus. Diese und die Natur drumherum waren zwar wirklich schön, aber es hatte viel zu viele dieser grossen, agressiven Bremsen und genausoviele Touristen… Später, im Norden des Sees waren sie verschwunden. Die Bremsen und die Touristen. Wir waren ganz alleine… weit und breit kein Mensch, kein Dorf, nur die schöne Natur mit weiten Feldern und grossen Bäumen, den See und im Hintergrund die Vulkane. Der berühmteste und schönste, den man von drei Seiten des Sees sehen kann ist der Vulkan Osorno. Eigentlich sieht es ein wenig aus wie am Vierwaldstättersee, nur dass es dort Berge statt Vulkane hat und hier alles viel weiter und grösser ist. Rund um den See besuchten wir noch ein paar kleine, verschlafene Dörfchen, welche meistenst von deutschen Einwanderern gegründet wurden. Viel war auf deutsch angeschrieben. Zum Beispiel Bier, Kuchen, Strudel oder Feuerwehr!

Auf eine Abkühlung (obwohl ich eigentlich keine Abkühlung brauchte, denn es war nicht so heiss…) im See konnten wir natürlich nicht verzichten. 🙂

Wir besuchten nach Puerto Varas noch Valdivia, ein kleines Fischerstädtchen weiter nördlich. Hier gab es leider nicht sehr viel zu sehen. Einzig der Fischmarkt war sehenswert. Die Fischer verkaufen dort ihren frischen Fisch und futtern den Abfall an den riesigen Seelöwen und den Vögeln. Da kann man lange zuschauen, wenn man den Gestank der Fische aushalten mag…

In Puerto Montt verbrachten wir noch den letzten Tag vor dem Abflug nach Santiago. Wir sind froh, müssen wir nicht länger hier sein, denn die Stadt hat überhaupt nichts zu bieten ausser zwei Einkaufszentren, welche das genau gleiche anbieten.

Also ab nach Santiago de Chile….

Reiseschmankerl #4: Red Bull im Käfig

An einem Nachmittag in Puerto Montt brauchten wir beide etwas Koffein! Wir versuchten es mit einem Kaffee, vielleicht haben wir ja Glück und es ist ein Guter wie in Puerto Varas. Leider nein, zwei Schlücke genügten. Also suchten wir nach einem Red Bull. Das schmeckt auf der ganzen Welt gleich und hat Koffein. In einem grossen Lebensmittelgeschäft fanden wir das feine Getränk. Doch es war eingesperrt in einem kleinen Kühlschrank. Selber konnte man keins rausnehmen. Der Kühlschrank war mit einem Schloss gesichert. Ja gut, ist ja auch nicht gerade billig… 🙂 Auf jeden Fall mussten wir an der Kasse die zwei Red Bull verlangen. Die Kassiererin rufte „Dos Red Bull“ an den Infoschalter weiter hinten. Die Angestellte dort telefonierte kurz und danach kam eine andere Angestellte mit dem Schlüssel, gab der Kassiererin die zwei Red Bulls, wir konnten bezahlen und endlich wieder wach werden. 😉 Das beste daran: Das Red Bull war warm! Der Kühlschrank war nicht gekühlt…

Bis gli,
Stine u Michu

18. Januar 2012

Farbenpracht an Chiles Küste

Farbenpracht an Chiles Küste

8. – 11. Januar 2012
Geschrieben in Valparaiso, Chile

Nach dem hitzigen Mondoza genossen wir in den letzten Tagen wieder einmal eine frische Meeresbrise in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso. Nach einem letzten Überqueren der Anden und des Grenzpostens auf 2’700müM verbrachten wir drei wunderbare Tage in dieser Stadt, welche als ein gesamtheitliches Kunstwerk betitelt werden darf. Denn nirgendwo war es bisher schöner plan- und ziellos durch die Hügel und Gassen zu laufen, denn in wirklich jeder Strasse, an fast jedem Haus und an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Jedes zweite Haus ist mit einem wunderschönen Bild oder mit einer leuchtenden Farbe bemalt, Strassenschilder und Laternen wurden verziert und Kunst gibt es an jedem Marktstand zu entdecken.

Valparaiso galt bis zur Eröffnung des Panama-Kanals als wichtigste Hafenstadt Südamerikas, und ist auf insgesamt 39 Hügeln gebaut worden. Um nicht jeden Hügel zu Fuss erklimmen zu müssen, haben die Chilenen hier vor sehr langer Zeit (eine Bahn stammt aus dem Jahr 1887) Miniversionen des Marzili-Bähnlis gebaut, welche einem für ein paar Rappen einige Anstrengungen ersparen 🙂

Am dritten Tag besuchten wir das benachbarte Viña del Mar, welches als Edelküstenort gilt, aber längst nicht den gleichen Charme ausstrahlt wie das gemütlichere Valparaiso. Trotzdem war es schön hier die Füsse wieder einmal im Pazifik zu baden (Brrr kalt!) und die Strandatmosphäre zu geniessen.

Wir erlebten hier übrigens zum ersten Mal den Versuch eines Trickdiebes uns was zu stehlen. Geistesgegenwärtig realisierten wir das Vorhaben und kamen völlig unbeschadet davon. 🙂

Ab dem 12. Januar gehts nun weiter nach Puerto Montt, welches im chilenischen Seengebiet liegt, wo wir ein paar entspannte Tage in der Natur verbringen wollen.

Bis gli,
Stine u Michu

4. Januar 2012

Fast am Ende der Welt…

Fast am Ende der Welt…

10.  – 21. Dezember 2011
Geschrieben in Buenos Aires, Argentinien

Nur ein kurzer Flug von 3h und schon kamen wir ganz im Süden, in Patagonien an, genauer in einem kleinen Städtchen Namens El Calafate. Klein aber fein… die Geschäfte und Restaurants befinden sich alle in einer Strasse, die Häuser sind meistens aus Holz, mit Dächern fast bis zum Boden und oft schön bunt angemalt. Es erinnert uns ein bisschen an Blockhäuser in Kanada oder Skandinavien. Das Klima hier unten ist sehr abwechslungsreich und man muss auf alles gefasst sein. Einmal ist es angenehm warm, dann wieder eisig kalt und fast immer blies ein starker Wind. Wir hatten aber Glück, denn geregnet hat es nie!

Gleich am Tag nach unserer Ankunft fuhren wir mit dem Bus in den 80km entfernten Nationalpark Los Glaciares. Dort befindet sich eines der Highlights dieses Nationalparks. Der Perito Moreno Gletscher, welcher in den Lago Argentino ragt.  Dieser eindrückliche, bläulich schimmernde Gletscher wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Er ist 35km lang, 5km breit und ab der Wasseroberfläche 60m hoch. Unter dem Wasser geht er nochmals 120m in die Tiefe. Er ist einer der wenigen Gletscher, die auch heute noch wachsen.

Wir mussten uns warm anziehen. Ich glaube, in meinem Rucksack im Hotel blieb nicht mehr viel zurück. Thermounterwäsche (oben wie unten), T-Shirt, Faserpelz, Softshell- und Regenjacke, Halstuch, Kappe und Handschuhe… nach 5 Stunden Besichtigung war es einfach nur noch eiskalt. Aber egal!!! Der Perito Moreno war jede Sekunde in der Kälte wert! Wir verbrachten oft längere Zeit an einem Ort, nur um zu beobachten, wie die 60m hohen, gezackten Eisstücke abbrechen und krachend in den Lago Argentino fallen. Schon nur dem Gletscher zuzuhören war ein Spektakel! Es knarrte und knirschte über die ganze Breite des Gletschers. Es war unglaublich beeindruckend!

Mit dem Bus ging es weiter in den Norten nach El Chalten, der Wanderhauptstadt Argentiniens. Dieses Dorf wurde erst 1985 extra für Touristen gegründet. Das praktische hier ist, dass man die Wanderungen direkt vom Dorf aus machen kann und nicht noch zuerst paar Kilometer mit dem Bus fahren muss. Wir machten eine Wanderung, welche durch ein hübsches Flusstal führte wo der Wind so stark war, dass es (vor allem mich) viel Kraft kostete einen Schritt zu gehen. Wir kamen aber doch noch am selben Tag an und es hat sich gelohnt! 🙂 Ein wunderschöner Wasserfall fällt in einen klaren, blauen, kleinen See und fliesst als Bächli zwischen Bäumen und Felsen weiter. Ein Ort zum hinsitzen und geniessen! (Und es war windstill!) Der Rückweg war um einiges einfacher, da der Wind uns richtig vorwärts trug. Wir haben in unserem Leben noch nie so einen starken Wind erlebt… Unser Ziel für den zweiten Tag, das Bergmassiv Fitz-Roy mit dem berühmten Cerro Fitz Roy konnte man unten im Tal schon von weitem sehen.  Diese Wanderung führte auf einem schmalen Wanderweg durch Wälder mit teils abgestorbenen Bäumen hinauf zu einem Aussichtspunkt bei der Laguna Capri. Die Zusammensetzung Cerro Fitz Roy, Lagune und Wälder war wunderbar. Wir blieben auch hier lange sitzen und genossen die Ruhe und die wunderschöne Aussicht.

Ein anderer sehenswerter Nationalpark in Patagonien ist der Torres del Paine. Der Name hat nichts mit Schmerz zu tun, sondern bedeutet „blaue Türme“. (Paine = blau, ist ein Wort aus der Sprache der Mapuche Indianer.) Wir übernachteten in dem Städtchen Puerto Natales in Chile. Der Park ist etwa 100km vom Ort entfernt. Für den ersten Tag haben wir eine Schiffstour auf dem Lago Grey gebucht. Das einzige Problem war, dass wir keine günstige Möglichkeit fanden, dorthin zu gelangen. Die Bustransfers hatten ewig lange, da diese noch den alten, längeren Weg fuhren und auch nicht direkt bis zum Lago Grey. Der Veranstalter der Schiffstour verlangte so einen übertriebenen Transferpreis, dass wir schlussendlich für 2 Tage einen 4×4 Jeep mieteten.

Leider verpassten wir die Abzweigung zur kürzeren Strasse und mussten somit den langen Weg nehmen welchen auch der Bus fährt. Aber wir haben zum Glück genügend Zeit eingeplant um zum Abfahrtsort des Schiffes zu gelangen. Wie es der Zufall will, sahen wir dafür auf dieser Strecke noch drei Kondore (die grössten Greifvögel der Welt mit einer Spannweite von 3-4 Meter) über uns im Himmel kreisen. Die sieht man sonst eher selten bis gar nie.

Das Schiff fuhr los, rechts und links Berge und Wälder, im Wasser schwammen Eisschollen an uns vorbei. Ab und zu musste das Schiff ein paar Eisblöcke wegstossen um durchzukommen und ich hoffte immer, dass wir nicht so enden wie die Titanic… (Gut, im Notfall hätte man hier noch an Land schwimmen können…) Wir fuhren bis zum Grey-Gletscher welcher im See endet. So nah am Gletscher zu sein war sehr eindrücklich. Sogar anfassen war möglich, bei einem riesigen, abgebrochenen Stück Eis! Und für die, die sich jetzt fragen: Nein, ich wurde nicht seekrank! 🙂

Am nächsten Tag machten wir einen „Sightseeing-Tour“ mit unserem Jeep durch den Park. Wir fuhren vorbei an grüner Landschaft mit fein riechenden Blumenwiesen, vorbei an Seen und Wasserfällen, wanderten an türkisen Lagunen entlang zu einem abgelegenen Aussichtspunkt, wo wir die mehr als 2000m fast senkrecht aufragende Torres del Paine bestaunten und beobachteten die im Park frei lebenden Guanacas. Eine Mischung aus Alpaca und Reh… Wir waren froh, haben wir ein 4×4 Jeep gemietet, denn im Nationalpark gibt es nur Schotterstrassen welche zum grössten Teil sehr holprig sind. Wir hatten grosses Glück, dass wir ein paar Tage vor dem grossen Brand dort gewesen sind und bedauern sehr, dass wieder einmal jemand mit dem Feuer so fahrlässig umging. Schade um den schönen Park!

Was wir unbedingt machen wollten war eine Gletscherwanderung. Wir buchten eine fünfstündige Wanderung auf dem Perito Moreno Gletscher. Zuerst fuhren wir mit dem Schiff entlang dem Gletscher bis zur Moräne, welche wir danach ca. eine Stunde bis zum Basislager entlanggingen. Dort teilten wir uns in drei Gruppen auf und erhielten Steigeisen für an die Schuhe und ein Sicherheitsgurt. Wir waren zehn Personen pro Gruppe mit zwei Führern. Zuerst fühlte sich das Gehen auf dem Eis etwas komisch an, alle waren ein bisschen verkrampft. Uns wurde gezeigt, wie wir die Füsse stellen sollen wenn es rauf oder runter geht. Ich machte es am Anfang immer verkehrt. Mit der Zeit ging es aber immer besser, und nach vier Stunden waren wir halbe Profis. 🙂 Die Gletscherwelt… unglaublich schön, mit diesen verschiedenen Blautönen, den blauen, kristallklaren Flüssen die durch das Eis fliessen und den eindrücklichen, tiefen Spalten. Wir konnten ca. 15m weit in eine Eishöhle hineingehen und mit dem Sonnenlicht, welches hineinstrahlte sah es richtig kitschig aus. Die Platzangst hat man dort schnell vergessen… Obwohl ich zuerst ein bisschen Bedenken hatte, hat uns diese Gletschertour richtig Spass gemacht und war super schön! Ein Erlebnis, welches wir so schnell nicht vergessen werden.

Nun geht es heute Nacht mit dem Nachtbus weiter  nach Mendoza, dem bekanntesten Weingebiet Argentiniens.

Bis gli,
Stine u Michu

21. November 2011

Salz & Staub

Salz & Staub

15. November –18. November 2011
Geschrieben in Salta, Argentinien

Die Tour durch die Salar de Uyuni (Salzwüste) und die verschiedenen Wüsten und Nationalparks bis zur chilenischen Grenze war eines der grössten Highlights, die wir bis jetzt auf unserer Reise erlebt haben. Wir sind von dieser Schönheit und schier unendlichen Landschaften total beeindruckt.

Am ersten Tag flogen wir früh am Morgen von La Paz mit einem kleinen Propellerflugzeug nach Uyuni. Das Flugzeug hatte nur 18 Plätze, auf jeder Seite ein Sitz. Mir war während dem ganzen Flug ein bisschen mulmig und ich versuchte mich mit meinem Buch abzulenken. Michu nahm dies locker. Wird schon nichts passieren. Und so war es natürlich auch. In Uyuni starteten wir unsere Tour. Wir haben einen Jeep und einen Fahrer – welcher auch gleich noch Guide und Koch war –  gebucht (sein Name: Placido Domingo, aber nicht der Sänger!!).

Wir begannen unsere Tour mit der Besichtigung des Zugfriedhofs, wo alte Loks und Züge abgestellt wurden, welche nicht mehr für den Transport von Salz und Mineralien brauchbar waren. Danach fuhren wir hinein in die fast unendliche Salzwüste. Placido hatte extrem Freude daran, lustige Fotos von uns zu machen. Hier in der Wüste gelingen diese sehr gut…! 🙂 Am Rand der Salzwüste gab es ein paar Arbeiter, die das Salz verarbeiteten, welches später nach einigen Schritten als Speisesalz verkauft wird.

In der Salzwüste hat es verschiedene „Inseln“, welche wegen der grossen Hitze von Weitem aussehen als würden sie schwimmen. Wir besuchten die Isla del Pescado (sieht von Weitem aus wie ein Fisch der schwimmt), auf der es unzählige, riesige Kakteen gibt. Ein paar werden hier bis 12m hoch und bis zu 1200 Jahre alt. Sie wachsen ca. 1 cm pro Jahr.

Am Abend beobachteten wir den wunderschönen Sonnenuntergang von der Wüste aus. Trotz der Kälte konnten wir uns von dieser schönen Stimmung fast nicht losreissen. Als es dunkel war kamen wir in unserem Salzhotel am Rand der Wüste an, wo wir die erste Nacht verbrachten. Das ganze Hotel besteht aus Salz. Die Wände, das Bett, die Tische und Stühle. Einzig der Boden war aus Holz.

Am zweiten Tag führen wir früh los. Wir überquerten die ganze Salzwüste bis zum anderen Ende und besuchten dort ein Museeum mit alten, in einer Höhle liegenden Gräbern, welche noch aus der Inkazeit stammen. Es sind kleine Löcher im Boden, wo die toten Menschen in embryostellung vergraben wurden. Teils konnte man noch ganze Skelette sehen, welche wegen dem hohen Salzgehalt noch so gut erhalten sind.

Wir fuhren ein paar Stunden durch schöne Wüsten- und Berglandschaften (wo wir auch ein paar kleine bis mittlere (harmlose) Sand-Tornados entdeckten…), bis wir bei einem Aussichtspunkt ankamen, von wo wir einen noch aktiven Vulkan beobachten konnten. Nach diesem Vulkan folgten nacheinander vier schöne, blaue Lagunen. In drei davon leben drei Arten von Flamingos. (Wir konnten sie nicht so gut unterscheiden, aber Placido wusste immer genau welcher welcher war…) Bei den Lagunen verbrachten wir sehr viel Zeit, da diese je nach Wind und Sonnenlicht andere Farben hatten, und dies und die Tiere zu beobachten war wuderschön. In der Nähe der Lagunen sahen wir auch immer viele Vicuñas. Die ein bisschen dünneren und kleineren Lamas. 🙂 Bald wurde es schon Abend und wir fuhren Richtung Wüstenhotel. Es ging aufwärts bis auf 4700 müM durch eine rote und orange Wüste mit sehr sehr starkem Wind. Die Aussicht vom Hotel war toll. Rundherum nur Wüste und Berge soweit das Auge reicht.

Nach nur wenig Schlaf fuhren wir am dritten Tag bei -5 Grad Kälte um 5:30 weiter. Ich weiss, in der Schweiz ist es mittlerweile in der Nacht auch so kalt, aber wir haben hier ja keine Daunenjacke und Winterstiefel… 🙂 Nach einer kurzen Fahrt hielten wir bei Felsen an, welche aus Algen und Korallen bestehen, die sich durch die vielen Jahre in schöne Felsformationen versteinert haben. Früher war hier ein Meer, jetzt liegt die Wüste auf über 4500 müM! Die Stimmung war wegen des Sonnenaufgangs ganz speziell und das Licht tauchte die Felsen in schöne Farben. Leider hielten wir es hier wegen der Kälte nicht so lange aus und waren froh, wieder im „warmen“ Jeep zu sitzen und weiter Richtung Laguna Colorada zu fahren. Diese Lagune war zur Abwechslung mal nicht blau/grün, sonder durch die vielen roten Algen und die Mineralien schön rot/braun. Was das ganze noch spezieller machte waren die Berge, die sich im Wasser spiegelten und die vielen pinkigen Farbtupfer im Wasser (aus der Nähe waren es Flamingos). In dieser Lagune leben bis zu 70 000 Flamingos…

Was uns an diesem Tag am besten gefiel waren die Geysirbecken mitten in der Wüste auf 4900 müM. Es gab Geysire, welche den warmen Dampf bis zu 4m Höhe in die Luft schossen. Ausserdem war das Dampfen sehr sehr laut. Wir hielten es nicht lange neben dem Geysir aus, nur schnell fürs Foto…! Andere waren Becken in verschiedenen Grössen, wo es blubberte und dampfte und den Schlamm nur ein paar cm. weit in die Höhe spuckte. Dies war so eindrücklich und schön, dass wir eine ganze Weile dort verbrachten. Die Becken durften wir nur mit dem Führer besichtigen, da der Dampf extrem heiss ist und der Schlamm bis 180 Grad heiss werden kann. Also wenn man da reinfällt oder durch den Dampf läuft…! Weiter ging es durch den Nationalpark Salvador Dali, wo es wunderschöne, farbige Berge gab. Diese sahen aus als wären sie gemalt. Eben ähnlich einem Bild von Salvador Dali. Deshalb der Name. Der letzte Stopp bevor wir mit dem Minibus von der chilenischen Grenze nach San Pedro de Atacama (Chile) fuhren war die Laguna Verde. Eine kleine Lagune ohne Flamingos, denn sie ist giftig. Das Grün der Lagune wird durch eine Kupferablagerung und durch das Sonnenlicht erzeugt.

In San Pedro de Atacama verbrachten wir nur eine Nacht. Es ist eine kleine Wüstenstadt mit vielen Touristen und sehr hohen Preisen. Schon am nächsten Tag fuhren wir in 11 Stunden nach Salta. Eine Stadt in einer der vielen Weinregionen Argentiniens.

Das allerbeste an dieser 3- tägigen Tour war aber (und das muss ich jetzt einfach noch erwähnen), dass am 15.11.2011 meine Nichte und Michus „Göttimeitschi“ Hanna Lisa geboren wurde. Wir freuen uns riesig!

Bis zum nächsten Mal aus der Weinregion!

Stine u Michu