4. Dezember 2011

1m/s*7’000m3/s*64m = Ein nasses Vergnügen

1m/s*7’000m3/s*64m = Ein nasses Vergnügen

28. November – 1. Dezember 2011
Geschrieben in Buenos Aires, Argentinien

Am späten Nachmittag kamen wir nach einem kurzen Flug in Iguazu an. Der gebuchte Transfer vom Flughafen ins Hotel klappte leider nicht, doch das super Hotel liess uns den kleinen Ärger schnell vergessen. Es lag mitten im Dschungel, hatte schöne Holzbungalows und ein Pool, welchen wir gleich nach der Ankunft mit grosser Freude nutzten.

Am nächsten Morgen fuhren wir schon früh zu den Iguazu Wasserfällen auf der argentinischen Seite. Wir nahmen den kleinen Touristenzug um zur Garganta del Diablo (Teufelsrachen) zu gelangen. Wir wollten gleich zu Beginn das grösste Highlight des Nationalparks sehen. Es hatte sooooooo viele Touristen, dass wir nur bis zur ersten Haltestelle fuhren und von dort aus den Rest des Weges liefen. Wir liefen lieber 30 Minuten als dass wir fast genau so lange zwischen den Leuten eingequetscht im Zug sassen. Dieser fuhr nähmlich so langsam, dass wir fast zur selben Zeit beim Eingang zur Garganta del Diablo eintraffen. Wir (und alle anderen…) liefen noch 15 Minuten weiter über eine lange Brücke aus Gittern bis zum Ziel: Ein riesiger Wasserfall mit paar „kleineren“ Nachbarwasserfällen, welche laut und mit 7000 m3 Wasser pro Sekunde in die Tiefe stürzten (64m). Wir konnten auf diesen Gittern bis ganz zum Abgrund laufen und überhängend nach unten schauen. (Und immer Sonnenbrille und Hut festhalten!!) Das Wasser unten, wo der Wasserfall „ankommt“, konnten wir nicht sehen. Das aufstäubende Wasser war so dicht und hoch, dass wir davon hier oben noch nass wurden! Dieses Erlebnis war für uns unglaublich beeindruckend! Doch dies ist natürlich nur ein ganz kleiner Teil dieser wunderschönen Wasserfalllandschaft, welche sich auf ca. 2.5km Länge erstreckt. Durch einen Rundweg oberhalb und einen unterhalb der Wasserfälle konnten wir noch viele weitere Fälle bestaunen. Was sehr erfrischend war – an diesem Tag stieg das Thermometer auf tropisch-feuchte 34 Grad -, war ein Aussichtspunkt so nah an einem Wasserfall, dass man danach schön abgekühlt und nass den Rückweg des Rundweges antreten konnte.

Wir liefen den ganzen Tag im Nationalpark herum (den Zug benutzten wir nicht mehr…), dass wir am späten Nachmittag ganz sehnsüchtig in unser Pool hüpften. 🙂

Den nächsten Tag verbrachten wir, wenigstens für ca. 4 Stunden, in Brasilien! Auch von diesem Land wollten wir unbedingt einen Stempel im Pass. 🙂 Nein, natürlich nicht…! Hier besuchten wir den brasilianischen Teil der Wasserfälle. Dieser Park ist sehr viel kleiner als sein Nachbar in Argentinien, dafür hat man von hier eine unglaublich schöne Panoramasicht auf fast alle Wasserfälle des ganzen Parks. Wir liefen auch hier den Rundweg und kamen auch in Brasilien nicht ohne Wasserfalldusche davon. Machte auch nichts…, denn es war noch ein, zwei Grad heisser als am Tag zuvor.

Am selben Tag um 16:00 startete unser Abenteuer „Nachtbus“! Zum Glück konnten wir im Hotel noch schnell duschen. Denn der Mix aus Schweiss, Sonnencrème und Mückenspray wäre im Bus nicht sehr angenehm gewesen! Wir fuhren 19 Stunden bis wir am nächsten Morgen in Buenos Aires ankamen. Die Buse hier sind ziemlich luxuriös. Die Sitze konnten wir bis 160 Grad senken, es gab Nachtessen und Frühstück, Kissen und Decke (für mich zwei, denn die Klimaanlage haben sie noch nicht so im Griff!) und jede Menge Filme. Am späten Abend schlief ich beim Filmschauen ein und wachte erst wieder auf, als es schon wieder hell war! Das hätte ich nie für möglich gehalten! 🙂

Jetzt freuen wir uns auf die big city mit guter Luft!

Bis gli,
Stine u Michu