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7. Mai 2012

Stadt der Lichter

Stadt der Lichter

3. – 7. Mai 2012
Geschrieben in Singapore

Nach ein paar Stunden Flug landeten wir am letzten Donnerstagabend im 6500km entfernten Singapur. An dieser Stadt fiel uns auf, dass alles extrem organisiert und super angeschrieben ist. Auch sind die Leute hier sehr freundlich und hilfsbereit. Was wir hier auch sofort zu spüren bekamen war, dass es hier extrem heiss ist und die Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich bei 100% liegt…

Unser Ziel hier in Singapur war, für Michu ein paar massgeschneiderte Anzüge machen zu lassen. Hier gibt es super Qualität zu super Preisen. Auch ich liess mich noch zu ein paar schönen Sachen überreden. Italienische Seide und Kaschmir hört sich doch gut an oder? J

Neben dem „Mass nehmen“ und anprobieren der Kleidungsstücke hatten wir auch noch Zeit für ein bisschen Sightseeing. Wir liefen in diesen vier Tagen mehrmals die berühmte Orchard Road rauf und runter. Dort und rundherum befinden sich schätzungsweise 20 Shopping-Malls. Schön runtergekühlt auf ca. 22 Grad… Nicht gerade gesund aber für viele halt trotzdem angenehmer als draussen. Und nein, wir besuchten nicht jede! Nach etwa vier hatten wir genug gesehen… Wir wollten ja schliesslich auch noch andere Dinge anschauen. Zum Beispiel Little India, ein Quartier mitten im Zentrum von Singapur und doch fühlten wir uns weit weit weg. Eben in Indien… Als wir aus der U-Bahn ausstiegen sahen wir nur noch Inder. Alle anderen Asiaten waren auf einmal verschwunden. Auch die Hochhäuser und Shopping-Malls waren weg. Dafür hatet es Strassenmärkte mit Gemüse, Kleidern und allerlei anderen Sachen, es gab Plätze wo sich eine Gruppe Männer einen Fernseher teilen und viele indische Restaurants. In einem von ihnen assen wir ein feines, leicht scharfes Butter Chicken.

An einem anderen Tag besuchten wir wieder eine andere Welt. Chinatown! Enge Gassen, überall schöne chinesische Laternen, Strassenmärkte mit allerlei chinesischem Schmuck, Kleidern und Wohnassecoires (Für uns war es doch ein wenig zu kitschig und so blieb ich bei meinen chinesischen Essstäbchen). Wir hatten einen glücklichen Tag ausgewählt um Chinatown zu besuchen. Es war der Geburtstag von Buddha. So konnten wir in einem Tempel beobachten wie sich die Chinesen von einem Mönch mit einer Art Glöckchen segnen lassen und wir durften den 420kg schweren „Buddha-Thron“ aus Gold bewundern.

An zwei Abenden gingen wir an die Promenade des Singapore-River. Wir haben noch nie eine Stadt mit so vielen Lichtern gesehen, und hier an der Promenade kann man dies am besten bewundern. Alles ist schön farbig beleuchtet. Die Brücken, Bäume, Häuser, Boote, Statuen, Brunnen und natürlich alle Wolkenkratzer rundherum. Es war wunderschön hier am Abend zu spazieren und zu essen. Jetzt ist uns auch klar, warum wir hier keine Sterne sehen können. J

Eigentlich war es die perfekte Stadt die wir für unseren letzten Stopp unserer Weltreise gewählt haben, denn in dieser 5.Mio Stadt ist ganz Asien vertreten!

Nach 235 Reisetagen treten wir in einigen Stunden den Heimflug Richtung Zürich an. Alles Schöne hat einmal ein Ende, aber wir sind extrem dankbar für all die Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Monate. Nach dieser langen Zeit freuen wir uns auf den Alltag, ein eigenes zu Hause und natürlich auf die Familien und Freunde. Für euer virtuelles Mitreisen und die vielen netten Kommentare möchten wir euch danken. Jeder Kommentar, jedes Mail und jeder Facebook-Like hat uns immer riesig gefreut!! Im Verlauf der nächsten Tage werden wir von zu Hause einen letzten Blogeintrag veröffentlichen!

Bis gli und dann wieder live,
Stine u Michu

1. Mai 2012

Australische Inselhighlights

Australische Inselhighlights

14. April – 2. Mai 2012
Geschrieben in Cairns, Australien

Das Wetter war leider auch auf unserem letzten Abschnitt nicht immer auf unserer Seite. Die Sonne zeigte sich zwar ab und zu, aber oft regnete es. Zum Beispiel auch auf unserem geführten Ausflug nach Fraser Island, welche mit 120km Länge und 15km Breite die grösste Sandinsel weltweit ist und der einzigen Ort, wo Regenwald auf Sand wächst. Die Insel befindet sich nur 30 Fährminuten von Hervey Bay entfernt, von wo aus wir starteten.

Nach einer kurzen Busfahrt machten wir einen relativ kurzen Spaziergang durch den feuchten und üppigen Regenwald. Weiter ging es auf einer sehr holpriger Sandpiste zum 75 Mile Beach, einem breiten Sandstrand auf dem wir mehr als eine halbe Stunde aufwärts zum rostigen Schiffswrack „Maheno“ fuhren. Dieses japanische Schiff wurde 1935 wegen einem Wirbelsturm hier an Land gespült. Auch wenn das Wetter gut gewesen wäre hätten wir im Meer nicht baden können. Hier wimmle es nur so von Tigerhaien hat uns unsere Reiseleiterin erzählt…

Nur 2km von diesem Schiffswrack entfernt plätschert der Eli Creek, ein glasklarer kleiner Fluss. Entweder läuft man auf dem Weg (ca. 300m) dem Fluss entlang (wie ich es getan habe) oder man läuft im Fluss stromaufwärts (so wie Michu). Mit beiden Varianten kann man sich danach stromabwärts durch dichten Regenwald bis zum Strand  treiben lassen.

Den Nachmittag verbrachten wir am Lake McKenzie, einem Regenwassersee wiederum glasklar. Leider ist der wunderschöne weisse Sandstrand, den man auf jedem Fraser Island Prospekt und auf jeder Postkarte sieht verschwunden. Der viele Regen hat den See zum überlaufen gebracht und das Wasser ist nicht mehr abgeflossen. Es war aber trotzdem schön hier zu schwimmen und den feinen Sand durch die Hände rieseln zu lassen (halt nur im Wasser…).

Je weiter wir nach Norden fuhren desto heisser, tropischer aber auch sonniger wurde es. So verbrachten wir ein paar schöne Tage im kleinen Airlie Beach. Uns hat dieser Ort gut gefallen obwohl er sehr touristisch ist. Leider konnten wir hier wegen den gefährlichen Quallen nicht im Meer baden aber deshalb bauten sie ja extra eine künstliche Lagune. Von hier aus machten wir wiederum einen geführten Ausflug auf die Whitsunday Island. Der Whitsunday Archipel besteht aus 74 Inseln. Wir fuhren an einigen davon vorbei und gingen bei der grössten, eben der Whitsunday Island, an Land. Dort konnten wir den blendendweissen berühmten Whithaven Beach geniessen. Die Sonne schien und es war unglaublich heiss. Auch deshalb konnten wir einem kurzen Bad in diesem wunderschönen klaren Meer nicht wiederstehen.

Unsere Reise ging via Townsville – eine Stadt die man nicht unbedingt gesehen haben muss – weiter nach Cairns. Kurz vor Cairns rutschten wir noch die Josephine Falls hinunter. Das war eines der schönsten Dinge die wir in Australien gemacht haben. Inmitten des Regenwaldes befinden sich diese Wasserfälle und im untersten Becken kann man im klaren kühlen Wasser schwimmen. Vom zweituntersten Becken ins unterste fliesst das Wasser über einen breiten Stein hinunter und wir konnten mitrutschen. Immer und immer wider!

Die letzten paar Tage hier in Australien verbrachten wir in Cairns. Wir genossen die Wärme und ab und zu die Sonne (meistens war es bewölkt…) an der grossen Salzwasserlagune, flanierten an der langen Promenade entlang, schmökerten in den vielen kleinen Geschäften und gingen jeden Abend superfein essen. Auch hier konnten wir nicht mehr im Meer baden. Erstens wegen den Quallen und wie wenn das nicht genug wäre an gefährlichen Tieren hat es hier auch noch Krokodile. J

Unsere Reise geht nun bald zu Ende. Vor uns haben wir noch vier Tage Singapore und einen langen Flug nach Hause. Nächste Woche treffen wir in Zürich ein und freuen uns riesig auf die Familien, die Freunde und unser zu Hause.

Bis gli,
Stine u Michu

15. April 2012

Goldhase an der Gold Coast

Goldhase an der Gold Coast

2.  – 13. April 2012
Geschrieben in Noosa, Australien

Wir kamen genau einen Tag vor Ostern an der berühmten Gold Coast an, was ein kleines Problem war. Es war fast unmöglich noch irgendwo einen Platz zum schlafen zu finden. Wir telefonierten vier Tage vorher mit neun Campingplätzen entlang der Küste. Alle ausgebucht! Eine Dame aber versicherte uns sie werde schon noch irgendwo einen Platz für uns finden. Wir blieben eine Woche dort; in Coolangatta mit seinem schönen Kirra Beach mit den super Wellen nur ein paar Meter von unserem „zu Hause“ entfernt. Von dort aus besuchten wir das überlaufene, aber doch hübsche Byron Bay im Süden und das noch mehr überlaufene sehr moderne Surfers Paradise im Norden.  In Byron Bay fuhren wir hinauf zum Leuchtturm und hatten so einen wunderschönen Blick auf die kleine Stadt und all die Surfstrände. Surfers Paradise kam uns ein bisschen wie das Las Vegas der Gold Coast vor mit den Hochhäusern (fast alle sind Hotels), den Leuchtreklamen und den schier endlosen Unterhaltungsmöglichkeiten.

Nach den Ostertagen besuchten wir den Wasserpark Wet’n Wild in der Nähe von Surfers Paradise. Wir dachten wir wären schlau und gehen erst einen Tag nach Ostern hin denn an Ostern hat es sicher hunderte von Besuchern. Na ja… Hunderte Besucher waren genau so schlau wie wir und somit mussten wir halt ein bisschen anstehen… Aber es hat sehr viel Spass gemacht. Unsere Lieblingsbahnen sind „Tornado“, da geht es mit einem grossen Reifen recht steil hinunter in einen Trichter wo man sehr schnell hin und her „fliesst“ bis man durch ein Loch unten im Trichter fällt. Die zweite war der „Aqualoop“ (ich weigerte mich zuerst hier runterzurutschen…). Zuerst bekommt man ein Brett an den Rücken gebunden, dann steht man in einer Röhre bis nach dem 3, 2, 1 Countdown der Boden wegklappt und man senkrecht hinunterstürzt, später einen Looping macht und kurz darauf unten mit Herzklopfen ankommt. Das ganze dauert ein paar Sekunden und macht wirklich Spass! J

Nach diesem Adrenalin-Tag erholten wir uns zwei Tage lang in Brisbane. Brisbane ist die drittgrösste Stadt von Australien und hat ca. 1.8 Mio. Einwohner. Sie liegt ein paar Kilometer landeinwärts an einem Fluss und ist sehr übersichtlich. Wir konnten das Zentrum ohne Problem zu Fuss erkunden und fanden historische Gebäude, einen botanischen Garten, die interessante Gallery of Modern Art und eine künstlich angelegte tropische Poollandschaft mit Sandstrand. Schliesslich sind es bis zum Meer ja auch 60km…!

In der Nähe von Brisbane machten wir noch einen ganzen Tag Halt im Australia Zoo der Dank des verstorbenen „Crocodile Hunter“ Steve Irwin wohl der berühmteste Zoo des Landes ist. Die Ehefrau und die zwei Kinder von Steve (plus ein paar weitere Aufseher) bieten eine grossartige und humorvolle Krokodilshow inklusive Fütterung. Auch die 12 jährige Tochter Bindi fütterte das riesige Krokodil. Sie wird hier von den Teenies verehrt wie Miley Cyrus in den USA… Ausser den vielen Krokodilen gibt es im Zoo auch noch Kängurus und Koalas die man streicheln kann, diverse Schlangenarten aus ganz Australien (welche man lieber nicht streicheln sollte) und allerlei andere Tiere aus aller Welt (die man leider nicht streicheln darf). Der Zoo ist superschön gestaltet und die Tiere haben hier extrem viel Platz. Wir fanden den Zoo einer der schönsten welchen wir bis heute besucht haben.

Nun hoffen wir, dass das Wetter noch ein bisschen mehr auf unserer Seite ist und wir entlang des Great Barrier Reef schnorcheln und „sünnele“ können.

Übrigens: Auch wir durften an Ostern einen schweizer Lindt-Goldhasen suchen und natürlich essen… 🙂

Bis gli,
Stine u Michu

 

23. März 2012

Ungewohnte Blickwinkel (mit Helirundlflug-Video)

Ungewohnte Blickwinkel (mit Helirundlflug-Video)

11. – 22. März 2012
Geschrieben in Sydney, Australien

Wir sind in Australien!! Nach einem kurzen Flug sind wir in Melbourne angekommen. Wir verbrachten hier ein paar Tage bis wir unser Spaceship (www.spaceships.tv) abholen konnten. Wir genossen es nach so langer Zeit in der Natur wieder einmal in einer Grossstadt zu sein.

Melbourne ist mit knapp vier Millionen Einwohnern eine riesige Stadt, welche ein modernes Zentrum besitzt, das nebst modernen Gebäuden auch immer wieder historische Glanzpunkte setzt. Die alten, wunderschönen Gebäude mitten in den Hochhäusern kamen uns fast unwirklich vor. Wie wenn man sie künstlich gebaut hätte wie in Las Vegas oder Disneyworld. Die im Südosten gelegene Stadt hat uns während drei Tagen bestens unterhalten. Nebst dem Städtereise-typischen shoppen, viel und gut Essen, Hafen erkunden und Grünflächen bewundern, hat uns der Ausflug auf das höchste Gebäude der südlichen Halbkugel begeistert. Mit einem Tag/Nacht-Ticket besuchten wir das 88igste Stockwerk auf 290m am gleichen Tag zweimal und genossen vor allem am Abend den grandiosen Ausblick über die Metropole. Nebst dem Gelände der Australian Open konnte man auch die Formel 1-Strecke und viel Anderes entdecken. 🙂

Australien Part 1

Vor einer Woche übernahmen wir dann unser Spaceship, welches einem Van mit Bett und kleinem Kühlschrank entspricht und gingen uns erstmals mit allen Notwendigkeiten ausrüsten. Mit neuen Campingstühlen, einem Tisch, einer LED-Laterne, Anti-Mücken-Zeugs und mit einem 12V-Steckeradapter waren wir dann bereit für unsere erste Etappe, die Great Ocean Road. Diese Küstenstrasse führt von Melbourne etwa 300km westlich entlang der Tasman-Sea. Wir fuhren der wilden Küste entlang durch kleine Dörfchen und riesige Wälder (wo wir ganz nah an der Strasse einen Koalabären entdeckten!) bis zum grossen Highlight: Den spektakulären Felsformationen „Die zwölf Aposteln“ und  „London Bridge“. Bei letzterer ist leider vor ein paar Jahren die halbe Brücke eingebrochen. Hier konnte Michu endlich sein Geburtstagsgeschenk von 2011 bei mir einlösen. 🙂 Einen Helikopterrundflug über die Küste mit Blick auf die Aposteln (es stehen nicht mehr alle zwölf…), die London Bridge und auf weitere Felsformationen. Es war ein eindrückliches Erlebnis aber schaut am Besten selbst!

 

Wir fuhren den ganzen Weg wieder zurück und weiter via Melbourne durch diverse Nationalparks mit viel Wald, vor allem Eukalyptusbäumen und vielen „Achtung Känguru“ Zeichen. Gesehen haben wir bis jetzt keins. (Auf jeden Fall kein lebendes…). Dafür aber schon eine grosse, schwarze Schlange. Ist ja auch nicht schlecht für den Anfang. Über den Sapphire Coast Drive im Osten des Landes ging es Richtung Norden. Was sich so toll anhört, war gar nicht so toll. Wir sahen sozusagen nichts von der Küste. Die Strasse führte wieder durch Wald und Busch… wir bogen aber ab und zu rechts ab um doch noch einen Blick auf das schöne, blaue Meer zu werfen.

Da sich Melbourne und Sydney nicht einigen konnten wer die Hauptstadt wird, hat man 1911 zwischen den zwei rivalisierenden Städten eine Hauptstadt gebaut. Canberra! Eigentlich hatten wir vor, zwei Nächte hier zu verbringen um die Stadt zu besichtigen. Wir waren gerade mal einen Nachmittag dort. Die Stadt hat zwar viel Grün und viele moderne Gebäude, darunter das alte und neue Parlamentshaus, aber sonst nicht viel zu bieten. Nicht weit von Canberra an der Küste fanden wir noch einen schönen Fleck zum verweilen. Die Jervis Bay. Eine grosse, geschützte Bucht mit mehlig weissen Sandstränden und herzigen, kleinen Dörfchen. Am Strand und beim Spazieren genossen wir hier zwei schöne Tage. Zwar konnten wir wegen der Strömung, der kalten Wassertemperatur und wegen der fehlenden Aufsicht nicht baden, aber das können wir hoffentlich weiter oben nachholen.

Jetzt freuen wir uns auf Sydney!

Bis gli,
Stine u Michu

16. März 2012

Schafe soweit das Auge reicht

Schafe soweit das Auge reicht

24. Februar – 11. März 2012
Geschrieben in Christchurch, Neuseeland

Neuseeland hat eine der vielfältigsten und spektakulärsten Landschaften der Welt. Auf der Nordinsel sahen wir Vulkanlandschaften, einsame, friedliche Südseestrände und Regenwälder. Hier auf der Südinsel schneebedeckte Berge, Gletscher, wunderschöne Dünenlandschaften und eine wilde Küste mit schroffen Felsen. Die grünen saftigen Hügel mit vielen Schafen konnten wir auf beiden Inseln finden.

Wir starteten unsere Reise ganz oben im Norden mit einem Besuch bei Bekannten welche hier Ferien machten. Sie kennen Neuseeland sehr gut und somit lernten wir einen wunderschönen Ort kennen, den wir sonst gar nicht besucht hätten: Den Wharariki Beach in der Nähe von Cape Farewell (nördlichster Spitz der Südinsel) und seinem Leuchtturm. Wir machten einen kurzen Spaziergang über Wiesen und durch eine Buschlandschaft bis plötzlich die mächtigen Dünen zum Vorschein kamen.

Es war ein herrliches Gefühl barfuss durch den mehlig-weissen Sand zu laufen. Aufgrund des sehr starken Windes hatten wir etwas länger das andere Strandende zu erreichen. Dort gibt es einen Weg zurück aber nur bei Ebbe und wir konnten nicht einschätzen ob das Wasser kam oder sich zurückzog. Wir probierten es einfach aus! Durch den kleinen Tunnel der zu den anderen Felsen führte kamen wir… das Wasser reichte nur bis zu den Knöcheln. Um diese Felsen herum konnten wir nicht mehr laufen, also mussten wir darüber klettern um zum Weg zu gelangen. Beim anziehen der Schuhe fiel mir einer hinunter in den Sand und ich musste mich beeilen um ihn aufzuheben bevor die nächste Welle kam. Dies gelang mir auch, aber der andere, schon angezogene Schuh wurde mit der nächsten Welle überschwemmt. So musste ich mit einem sumpfigen Schuh zurücklaufen. Dieser Ausflug war ein kleines Abenteuer und hat trotz nasser Füsse Spass gemacht! Ausserdem eines unserer grössten Highlights von Neuseeland.

Nach dem Besuch fuhren wir weiter Richtung Berge, den Southern Alps. Unterwegs wanderten wir noch entlang der Küste, im Regenwald des Abel Tasman Nationalpark mit schönen Aussichten auf das türkise Meer und die einsamen Buchten. Danach fuhren wir entlang der herrlichen und wilden Westküste mit ihren schroffen, spitzigen Felsformationen und den grossen Wellen. Das reizte vor allem Michu zum baden doch es war viel zu kalt und die Strömung ist nicht zu unterschätzen…

Neuseeland Südinsel

Der Franz Josef Gletscher erhielt seinen Namen von einem Österreicher, der den Gletscher als Erster erkundete und ihn nach seinem Kaiser taufte. Wenn man den Perito Moreno Gletscher in Patagonien oder auch den Aletschgletscher bei uns gesehen hat, ist dies kein grosses Spektakel mehr. Trotzdem war es eindrücklich, weil man ganz nah zu ihm hinwandern kann. Da das Wetter schlecht war, gingen wir den zweiten berühmten Fox Glacier nicht mehr besuchen. Wir fuhren weiter ins wunderschöne Städtchen Queenstown welches direkt an einem See und umgeben von Bergen liegt. Es ist das Top Ziel für Abenteueraktivitäten. Wir verzichteten aber auf Bungee-Jumping, Drachenfliegen oder Wildwasser-Rafting und gingen statt dessen auf eine Rodelbahn, was mir persönlich viel mehr Spass machte. 🙂

Von Queenstown aus buchten wir unsere „Kreuzfahrt“ durch die Milford Sounds. Diese befinden sich nur ein paar km von hier entfernt. Luftlinie!! Fahren mussten wir rund um die Berge ca. 300km (oder 4,5h) mit dem Auto… Dafür konnten wir knappe 2h durch den Fjord fahren und die steilen Hänge der Berge auf beiden Seiten und die vielen Wasserfälle bestaunen.

Bevor wir den berühmten Mount Cook besuchten, fuhren wir noch einen kleinen Umweg, um die eindrücklichen Moeraki Boulders zu besichtigen. Runde Kugeln aus Stein die aussehen wie grosse Murmeln am Strand…

Der Mount Cook ist ein mächtiger, schneebedeckter Berg mit 3755m und mit vielen Nachbarsbergen, welche annähernd so hoch sind. Von den 27 Dreitausendern Neuseelands liegen 22 im Mount Cook National Park. Umgeben sind sie von schönen türkisfarbenen Bergseen wie zum Beispiel dem Lake Tekapo. Hier wanderten wir zwischen gelbem, strohigem Gras und vielen Kaninchen dem See entlang.

Wegen dem starken Erdbeben vom Januar 2011 ist das Zentrum von Christchurch fast vollständig zerstört. Wir gingen kurz hin aber es lohnte sich nicht. Alles ist abgesperrt, man sieht nur Zerstörung und viele Baustellen. Hier gaben wir unseren Camper ab und ab hier fliegen wir weiter nach Australien.

Die Zeit hier in Neuseeland ist für uns extrem schnell vorbeigegangen. Die freundlichen Einwohner, das angenehme Klima, die prima Strassen, die gut organisierten Aktivitäten und Informationszentren und die phantastischen Campingplätze machen das Reisen hier zu einer grossen Freude. Wir werden Neuseeland als entspanntes und wunderschönes Reiseland in Erinnerung behalten.

Bis gli,
Stine u Michu

28. Februar 2012

Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao

Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao

9. – 23. Februar 2012
Geschrieben in Nelson, Neuseeland

Nach sechs Stunden Flug und einen Tag später (Datumsgrenze) landeten wir in Auckland, Neuseeland! Jetzt sind wir der Schweiz zeitlich voraus! Hier reisen wir mit einem Camper in einem Monat von Norden nach Süden. Auckland bis Christchurch.

Bevor wir den Camper übernehmen konnten, verbrachten wir zwei Tage in Auckland. Eine wunderschöne, kleine und übersichtliche Stadt. Damit ist das Zentrum gemeint, denn mit all den Quartieren mit seinen Einfamilienhäusern ist die Stadt recht gross. Die Neuseeländer haben Platz. So kann sich jeder ein eigenes Haus bauen. Die Fläche ist 8x so gross wie die Schweiz aber Einwohner haben sie halb so viele… (ein bisschen mehr als 4 Mio.).

Wir besichtigten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie z.B. das alte Gebäude des Civic Theaters, den  eleganten Albert Park mit der Universität und dem alten Regierungsgebäude, den 328m hohen Sky Tower und die Art Gallery, die aussieht wie ein Schloss. Das schönste in dieser Stadt war aber wieder mal der grosse Hafen. Wir verbrachten viel Zeit dort, unter anderem weil es gute, neue In-Restaurants und Bars entlang den Piers gab und sehr viele, extrem luxuriöse Jachten und Segelschiffe. Auch das Americas Cup Matchrace-Boot des Teams Neuseeland konnte man hier bestaunen.

Und dann konnten wir endlich unseren Camper abholen und losfahren. Wir freuten uns so sehr aufs selber kochen, dass das erste was wir machten einkaufen in einem grossen Supermarkt war. Das Sortiment war wie in der Schweiz, wenn nicht noch grösser!

Ab gings durch die Stadt aufs Land Richtung Norden via Goat Island nach Russell in der Bay of Islands. Wir buchten eine Tour: „Schwimmen mit Delphinen“.  Ich freute mich natürlich riesig obwohl dies vier Stunden auf einem Boot bedeutete. (Mit Tabletten und den Kopf voller Delphinen ging dies aber tip top). Die Delphine hatten an diesem Tag keine Lust mit uns zu spielen und wir konnten nicht mit ihnen schwimmen aber wir haben sie lange und von sehr nahe gesehen. Schon das war es wert!

Was wir raufgefahren sind mussten wir auch wieder runter. Und fuhren die nächste Halbinsel wieder hinauf.  Über die kurvenreiche Strasse kamen wir zum Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula. Dort gruben wir uns am Strand ein Loch, sassen rein und genossen das 70 Grad heisse Wasser, welches bei Ebbe an die Oberfläche stösst. (Wir mussten das Wasser mit kaltem Meerwasser verdünnen, sonst wäre es doch etwas zu heiss gewesen…) Gewärmt wird das Wasser durch den untendurch fliessenden Lavastrom… Wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee. Es hatte etwa 200 Leute, die die Gleiche hatten!

Wieder runtergefahren und nach einem Bad im Meer an der beliebten Bay of Plenty mit 9 km Strand, verliessen wir die Küste und fuhren ins Landesinnere nach Rotorua. Als Willkommensgeschenk erhielten wir gleich bei der Ankunft eine Nase voll von der schwefelreichen Luft der vielen dampfenden Thermalquellen und brodelnden Schlammtümpeln. Die Maori verehren diesen Ort  und deshalb gingen wir nach Whakarewarewa oder kurz Whaka (der Titel dieses Berichts ist übrigens der volle Maori-Name dieses Dorfes). Ein Dorf mitten in Rotorua, in dem schon seit Hunderten von Jahren und noch heute Einheimische Maori leben. Mit einem „Stadtplan“ in der Hand besichtigten wir die verschiedenen Thermalquellen welche die Maori zum baden, waschen und kochen noch heute benutzen. Das Highlight auf dieser Tour war aber der berühmte Geysir, der heisses Wasser bis zu 30m in die Höhe schiesst.

Gesamtüberlick WR 11/12

An Vulkanen vorbei fuhren wir weiter bis nach Waitomo und besichtigten eine Glühwürmchenhöhle. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Höhle ging es in einem Boot durch die stockdunklen Gänge. Über uns tausende von Glühwürmchen. Es sah aus wie ein Sternenhimmel. Wunderschön aber kurz. Wir wären gerne noch ein wenig länger in der Dunkelheit  geblieben.

Ein weiterer sehenswerter Ort auf der Nordinsel ist Wellington. Eine kleine Stadt mit viel Charme und extrem vielen und guten Cafes. Wir spazierten durch den Botanischen Garten gingen in den Zoo und ins Te Papa Museum. Das beste Museum von Neuseeland hiess es. Und das glauben wir gerne! Es bietet sehr viele verschiedene Ausstellungen. Von Erdbeben- und Vulkankunde (es gab einen Erdbebensimulator… war nicht sehr angenehm) über die ganze Tier- und Pflanzenwelt von Neuseeland (der grösste je gefangene Oktopus liegt hier; oder ein Blauwal-Skelett), die Geschichte der Einwanderer bis hin zu jeglichen Informationen über die Ureinwohner, den Maori. Man kann viel sehen, hören, anfassen… einfach toll gemacht.

Nun wird es Zeit für die Südinsel! Geplant war die dreistündige Überfahrt Morgens um halb elf. Gefahren sind wir erst am Abend um acht! Die Morgenfahrt wurde annulliert die nächste freie Fahr war um acht! Also gab es für uns nochmals ein Tag Wellington, ein Tag mehr asiatisches Essen und ein Tag mehr gute Cafes. Obwohl… diese findet man hier überall im ganzen Land!

Bis gli,
Stine u Michu

19. Februar 2012

Bienvenue au paradis

Bienvenue au paradis

25. Januar – 8. Februar 2012
Geschrieben in Wanganui, Neuseeland

Unsere erste Station nach dem südamerikanischen Kontinent ist die Südsee! Genauer die Insel Moorea (gehört zu Tahiti) in Französisch Polynesien.

Da wir sehr spät am Abend ankamen und sehr früh am Morgen abflogen, buchten wir für die erste und letzte Nacht ein Hotel auf Tahiti in der Nähe vom Flughafen. Die eigentlichen „Ferien in den Ferien“ verbrachten wir dann im Moorea Pearl Resort & Spa eben auf Moorea. Die kleine Insel neben Tahiti erreichten wir mit einer 30Min Fahrt mit der Fähre.

Die Begrüssung im Hotel war sehr herzlich inklusive einem sehr süssen Willkommensdrink. Eine andere Überraschung war, dass wir in ein Überwasserbungalow geführt wurden statt wie gebucht in ein Gartenbungalow. Dies sei ein gratis Upgrade welches wir erhalten sagte uns die Hotelangestellte, welche uns zum Bungalow führte. Wir sagten natürlich nicht Nein und waren sehr froh über das Wasserbungalow, denn unser Hotel hat keinen Strand. Somit hätten wir zum schnorcheln immer über den öffentlichen Steg ins Meer hüpfen müssen und zum liegen wieder zurück zum Bungalow oder zum Pool. Mit unserer Überwasser- Variante waren wir natürlich sehr verwöhnt. Das Bungalow war riesig mit gaaaanz grossem Bett, eigener Terasse mit Zugang direkt ins Meer und im Zimmer hatte es ein Glasfenster im Boden wodurch wir die Fische von innen auch noch beobachten konnten. Einfach Luxus pur!

Gleich nach unserer Ankunft erblickten wir von unserer Terasse aus ein paar Delphine in der Bucht! Es waren zwar die einzigen die wir während unserem Aufenthalt hier sahen aber das eine mal war schon genug um noch ein paar Glückshormone mehr freizulassen! 🙂 (Auf jeden Fall für Stine…). Wir hatten Glück, dass wir das äusserste Bungalow mit Blick aufs offene Meer erhielten und nicht mit Blick aufs Hotel. Die Bungalows wurden aufs Riff gebaut und unseres war gleich am Beginn des Riffs, wo sich am meisten Schönes entdecken lässt. Von der Terasse aus wie auch im Wasser beim schnorcheln!

An einem Tag mieteten wir ein Auto und umrundeten die ganze Insel. Wir fuhren hinauf auf einen „Berg“ mit schöner Aussicht auf die bekanntesten Buchten Baie de Cook und Baie de Opunohu, besichtigten eine Fruchsaftfabrik inkl. Degustation, trafen Einheimische, sehr sehr freundliche Ananasbauern mit denen wir eine ganze Weile redeten und erhielten gratis 4 Ananas und ca. 15 Bananen (eine ganze Bananenstaude…). Übrigens waren die Früchte so süss, wie wir sie noch nie zuvor gegessen haben…! Was wir nicht entdeckten waren Sandstrände. Nur ein einziger, welcher zum grössten Teil zu einer Hotelanlage gehört. Ein kleiner Teil ist öffentlich und dort gingen wir uns noch kurz im kristallklaren, türkisen Wasser abkühlen! Die Insel ist – da sie eine Vulkaninsel ist – extrem grün. Viele verschiedene Palmenarten, sonstige dschungelartige grüne Pflanzen und viele Tiare-Blumen, die Nationalblume von Tahiti, wachsen hier.

Die übrige Zeit verbrachten wir auf dieser schönen, grossen Terasse mit bequemen Liegestühlen. 🙂 Wir lasen sehr viel und gingen natürlich oft schnorcheln und sahen dabei tausende von Fischen in allen Farben und Formen, ausserdem Tintenfische und Moränen. Im Hotel konnten wir gratis Kanus benutzen und fuhren mit diesen noch weiter hinaus ans äussere Riff wo wir neben den Fischen auch Stachelrochen entdeckten.

Die erholsame Zeit hier war super! Doch jetzt freuen wir uns sehr auf den eigenen Camper, aufs selber kochen und aufs wieder herumreisen in Neuseeland!

Bis gli,
Stine & Michu

1. Februar 2012

Letzter Stop auf dem südamerikanischen Festland

Letzter Stop auf dem südamerikanischen Festland

19. – 23. Januar 2012
Geschrieben in Osterinsel, Chile

Nach dem Seengebiet flogen wir wieder Richtung Norden nach Santiago de Chile, die Hauptstadt mit über 5 Mio. Einwohnern, was ca. 40% aller Chilenen entspricht.

Zum Glück gaben uns zwei Reisende in Valparaiso den Tipp eine „Free Walking Tour“ durch Santiago zu machen denn die war einfach super! Noch nie haben wir eine so spannende und informative Führung durch eine Stadt gemacht.
Jeden Tag um 10:00 Uhr vor der Kathedrale an der Plaza de Armas, dem Hauptplatz von Santiago startet die Tour. Felipe, der Führer arbeitet in einem Theater und führt als Zweitjob Touristen durch die Stadt. Dass er Schauspieler ist merkte man sofort. Er konnte so interessant und lebhaft erzählen, dass es garantiert nie langweilig wurde. Nicht die Standartsätze wie: „diese Kirche XY wurde um 1817 gebaut…“, sondern viel über die heutige chilenische Politik, über die Mapuche (Ureinwohner), über die Eroberung Chiles durch die Spanier und die Kolonialzeit. Wir besichtigten natürlich die obligatorischen, bekannten Sehenswürdigkeiten wie aber auch weniger bekannte Quartiere wo es gute Cafés und Restaurants gibt oder wo das Nachtleben am tollsten ist.

Am nächsten Tag befolgten wir den Rat von Felipe und fuhren mit dem Bähnli hinauf auf den Cerro San Cristobal, dem Ausflugsberg von Santiago, (zu vergleichen mit dem Gurten in Bern.) Oben hatten wir eine super Aussicht über die ganze Stadt. Und wenn es kein Dunst, oder besser Smog gehabt hätte, hätten wir sogar die schneebedeckten Anden im Hintergrund gesehen. Ausserdem gibt es auf diesem Hügel einen Zoo, einen botanischen und japanischen Garten, zwei grosse Schwimmbecken, Spielplätze usw. Wir verzichteten auf diese Attraktionen und besuchten noch einen anderen Hügel, den nicht so hohen Cerro Santa Lucia mitten im Zentrum von Santiago. Als die Eroberer im Tal wo heute die Stadt liegt ankamen benutzten sie den Hügel als Wachturm und gründeten dort 1541 die Stadt Santiago. Der frühere Wachturm ist heute ein Park mit Spazierwegen, einer Kapelle auf der Spitze, mehreren Brunnen und einigen Bäumen. Auch hier hatten wir eine herrliche Sicht auf die Stadt.

Die Abende verbrachten wir alle in unserem Hostel. Mit dem schön gestalteten Innenhof mit Lounge, Teich, vielen Pflanzen und der romantischen Beleuchtung war es hier richtig gemütlich. Und der Besitzer kochte jeden Abend ein ausgezeichnetes Nachtessen!

Nach Santiago und über 4 Monaten südamerikanisches Festland fliegen wir nun weiter auf die Osterinsel und berichten euch bald von unseren Eindrücken der Moai-Kultur.

Bis gli,
Stine u Michu

25. Januar 2012

Einmal um den See

Einmal um den See

12. – 19. Januar 2012
Geschrieben in Puerto Montt, Chile

An Michus Geburtstag mussten wir wirklich früh aufstehen. Da unser Flug von Santiago aus um 12:00 ging und wir ja noch in Valparaiso waren. Wir waren kurz vor 8:00 am Flughafen. Viel zu früh natürlich. Aber wir konnten ja nicht wissen, dass der Buschauffeur die gute Idee hatte uns am Strassenrand in der Nähe vom Flughafen (der ist recht weit weg vom Busbahnhof von Santiago… und fast näher bei Valparaiso….) auszusetzen. Gleich hinter dem Strassengraben gab es Taxis. Dies brachte uns in 5 Minuten zum Flughafen.

In Puerto Montt angekommen fuhren wir ins touristischere Puerto Varas welches nicht am Meer sondern am Lago Llanquihue liegt. Es ist ein kleines, hübsches Dörfchen mit vielen Cafés und einem Sandstrand. Hier tranken wir übrigens endlich wieder mal einen guten Kaffee, denn sonst kann man den hier einfach nicht trinken! Wir mieteten ein Auto um einmal rund um den See zu fahren. Im Hotel wurden wir gewarnt, dass es zu dieser Jahreszeit im Osten des Sees (also im schönsten Teil…) viele Pferdebremsen habe. Und so war es auch… Ich blieb meistens im Auto während Michu rannte um ein schönes Foto zu machen. Bei den berühmten Wasserfälle von Petrohué stieg dann auch ich aus. Diese und die Natur drumherum waren zwar wirklich schön, aber es hatte viel zu viele dieser grossen, agressiven Bremsen und genausoviele Touristen… Später, im Norden des Sees waren sie verschwunden. Die Bremsen und die Touristen. Wir waren ganz alleine… weit und breit kein Mensch, kein Dorf, nur die schöne Natur mit weiten Feldern und grossen Bäumen, den See und im Hintergrund die Vulkane. Der berühmteste und schönste, den man von drei Seiten des Sees sehen kann ist der Vulkan Osorno. Eigentlich sieht es ein wenig aus wie am Vierwaldstättersee, nur dass es dort Berge statt Vulkane hat und hier alles viel weiter und grösser ist. Rund um den See besuchten wir noch ein paar kleine, verschlafene Dörfchen, welche meistenst von deutschen Einwanderern gegründet wurden. Viel war auf deutsch angeschrieben. Zum Beispiel Bier, Kuchen, Strudel oder Feuerwehr!

Auf eine Abkühlung (obwohl ich eigentlich keine Abkühlung brauchte, denn es war nicht so heiss…) im See konnten wir natürlich nicht verzichten. 🙂

Wir besuchten nach Puerto Varas noch Valdivia, ein kleines Fischerstädtchen weiter nördlich. Hier gab es leider nicht sehr viel zu sehen. Einzig der Fischmarkt war sehenswert. Die Fischer verkaufen dort ihren frischen Fisch und futtern den Abfall an den riesigen Seelöwen und den Vögeln. Da kann man lange zuschauen, wenn man den Gestank der Fische aushalten mag…

In Puerto Montt verbrachten wir noch den letzten Tag vor dem Abflug nach Santiago. Wir sind froh, müssen wir nicht länger hier sein, denn die Stadt hat überhaupt nichts zu bieten ausser zwei Einkaufszentren, welche das genau gleiche anbieten.

Also ab nach Santiago de Chile….

Reiseschmankerl #4: Red Bull im Käfig

An einem Nachmittag in Puerto Montt brauchten wir beide etwas Koffein! Wir versuchten es mit einem Kaffee, vielleicht haben wir ja Glück und es ist ein Guter wie in Puerto Varas. Leider nein, zwei Schlücke genügten. Also suchten wir nach einem Red Bull. Das schmeckt auf der ganzen Welt gleich und hat Koffein. In einem grossen Lebensmittelgeschäft fanden wir das feine Getränk. Doch es war eingesperrt in einem kleinen Kühlschrank. Selber konnte man keins rausnehmen. Der Kühlschrank war mit einem Schloss gesichert. Ja gut, ist ja auch nicht gerade billig… 🙂 Auf jeden Fall mussten wir an der Kasse die zwei Red Bull verlangen. Die Kassiererin rufte „Dos Red Bull“ an den Infoschalter weiter hinten. Die Angestellte dort telefonierte kurz und danach kam eine andere Angestellte mit dem Schlüssel, gab der Kassiererin die zwei Red Bulls, wir konnten bezahlen und endlich wieder wach werden. 😉 Das beste daran: Das Red Bull war warm! Der Kühlschrank war nicht gekühlt…

Bis gli,
Stine u Michu

4. Januar 2012

Fast am Ende der Welt…

Fast am Ende der Welt…

10.  – 21. Dezember 2011
Geschrieben in Buenos Aires, Argentinien

Nur ein kurzer Flug von 3h und schon kamen wir ganz im Süden, in Patagonien an, genauer in einem kleinen Städtchen Namens El Calafate. Klein aber fein… die Geschäfte und Restaurants befinden sich alle in einer Strasse, die Häuser sind meistens aus Holz, mit Dächern fast bis zum Boden und oft schön bunt angemalt. Es erinnert uns ein bisschen an Blockhäuser in Kanada oder Skandinavien. Das Klima hier unten ist sehr abwechslungsreich und man muss auf alles gefasst sein. Einmal ist es angenehm warm, dann wieder eisig kalt und fast immer blies ein starker Wind. Wir hatten aber Glück, denn geregnet hat es nie!

Gleich am Tag nach unserer Ankunft fuhren wir mit dem Bus in den 80km entfernten Nationalpark Los Glaciares. Dort befindet sich eines der Highlights dieses Nationalparks. Der Perito Moreno Gletscher, welcher in den Lago Argentino ragt.  Dieser eindrückliche, bläulich schimmernde Gletscher wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Er ist 35km lang, 5km breit und ab der Wasseroberfläche 60m hoch. Unter dem Wasser geht er nochmals 120m in die Tiefe. Er ist einer der wenigen Gletscher, die auch heute noch wachsen.

Wir mussten uns warm anziehen. Ich glaube, in meinem Rucksack im Hotel blieb nicht mehr viel zurück. Thermounterwäsche (oben wie unten), T-Shirt, Faserpelz, Softshell- und Regenjacke, Halstuch, Kappe und Handschuhe… nach 5 Stunden Besichtigung war es einfach nur noch eiskalt. Aber egal!!! Der Perito Moreno war jede Sekunde in der Kälte wert! Wir verbrachten oft längere Zeit an einem Ort, nur um zu beobachten, wie die 60m hohen, gezackten Eisstücke abbrechen und krachend in den Lago Argentino fallen. Schon nur dem Gletscher zuzuhören war ein Spektakel! Es knarrte und knirschte über die ganze Breite des Gletschers. Es war unglaublich beeindruckend!

Mit dem Bus ging es weiter in den Norten nach El Chalten, der Wanderhauptstadt Argentiniens. Dieses Dorf wurde erst 1985 extra für Touristen gegründet. Das praktische hier ist, dass man die Wanderungen direkt vom Dorf aus machen kann und nicht noch zuerst paar Kilometer mit dem Bus fahren muss. Wir machten eine Wanderung, welche durch ein hübsches Flusstal führte wo der Wind so stark war, dass es (vor allem mich) viel Kraft kostete einen Schritt zu gehen. Wir kamen aber doch noch am selben Tag an und es hat sich gelohnt! 🙂 Ein wunderschöner Wasserfall fällt in einen klaren, blauen, kleinen See und fliesst als Bächli zwischen Bäumen und Felsen weiter. Ein Ort zum hinsitzen und geniessen! (Und es war windstill!) Der Rückweg war um einiges einfacher, da der Wind uns richtig vorwärts trug. Wir haben in unserem Leben noch nie so einen starken Wind erlebt… Unser Ziel für den zweiten Tag, das Bergmassiv Fitz-Roy mit dem berühmten Cerro Fitz Roy konnte man unten im Tal schon von weitem sehen.  Diese Wanderung führte auf einem schmalen Wanderweg durch Wälder mit teils abgestorbenen Bäumen hinauf zu einem Aussichtspunkt bei der Laguna Capri. Die Zusammensetzung Cerro Fitz Roy, Lagune und Wälder war wunderbar. Wir blieben auch hier lange sitzen und genossen die Ruhe und die wunderschöne Aussicht.

Ein anderer sehenswerter Nationalpark in Patagonien ist der Torres del Paine. Der Name hat nichts mit Schmerz zu tun, sondern bedeutet „blaue Türme“. (Paine = blau, ist ein Wort aus der Sprache der Mapuche Indianer.) Wir übernachteten in dem Städtchen Puerto Natales in Chile. Der Park ist etwa 100km vom Ort entfernt. Für den ersten Tag haben wir eine Schiffstour auf dem Lago Grey gebucht. Das einzige Problem war, dass wir keine günstige Möglichkeit fanden, dorthin zu gelangen. Die Bustransfers hatten ewig lange, da diese noch den alten, längeren Weg fuhren und auch nicht direkt bis zum Lago Grey. Der Veranstalter der Schiffstour verlangte so einen übertriebenen Transferpreis, dass wir schlussendlich für 2 Tage einen 4×4 Jeep mieteten.

Leider verpassten wir die Abzweigung zur kürzeren Strasse und mussten somit den langen Weg nehmen welchen auch der Bus fährt. Aber wir haben zum Glück genügend Zeit eingeplant um zum Abfahrtsort des Schiffes zu gelangen. Wie es der Zufall will, sahen wir dafür auf dieser Strecke noch drei Kondore (die grössten Greifvögel der Welt mit einer Spannweite von 3-4 Meter) über uns im Himmel kreisen. Die sieht man sonst eher selten bis gar nie.

Das Schiff fuhr los, rechts und links Berge und Wälder, im Wasser schwammen Eisschollen an uns vorbei. Ab und zu musste das Schiff ein paar Eisblöcke wegstossen um durchzukommen und ich hoffte immer, dass wir nicht so enden wie die Titanic… (Gut, im Notfall hätte man hier noch an Land schwimmen können…) Wir fuhren bis zum Grey-Gletscher welcher im See endet. So nah am Gletscher zu sein war sehr eindrücklich. Sogar anfassen war möglich, bei einem riesigen, abgebrochenen Stück Eis! Und für die, die sich jetzt fragen: Nein, ich wurde nicht seekrank! 🙂

Am nächsten Tag machten wir einen „Sightseeing-Tour“ mit unserem Jeep durch den Park. Wir fuhren vorbei an grüner Landschaft mit fein riechenden Blumenwiesen, vorbei an Seen und Wasserfällen, wanderten an türkisen Lagunen entlang zu einem abgelegenen Aussichtspunkt, wo wir die mehr als 2000m fast senkrecht aufragende Torres del Paine bestaunten und beobachteten die im Park frei lebenden Guanacas. Eine Mischung aus Alpaca und Reh… Wir waren froh, haben wir ein 4×4 Jeep gemietet, denn im Nationalpark gibt es nur Schotterstrassen welche zum grössten Teil sehr holprig sind. Wir hatten grosses Glück, dass wir ein paar Tage vor dem grossen Brand dort gewesen sind und bedauern sehr, dass wieder einmal jemand mit dem Feuer so fahrlässig umging. Schade um den schönen Park!

Was wir unbedingt machen wollten war eine Gletscherwanderung. Wir buchten eine fünfstündige Wanderung auf dem Perito Moreno Gletscher. Zuerst fuhren wir mit dem Schiff entlang dem Gletscher bis zur Moräne, welche wir danach ca. eine Stunde bis zum Basislager entlanggingen. Dort teilten wir uns in drei Gruppen auf und erhielten Steigeisen für an die Schuhe und ein Sicherheitsgurt. Wir waren zehn Personen pro Gruppe mit zwei Führern. Zuerst fühlte sich das Gehen auf dem Eis etwas komisch an, alle waren ein bisschen verkrampft. Uns wurde gezeigt, wie wir die Füsse stellen sollen wenn es rauf oder runter geht. Ich machte es am Anfang immer verkehrt. Mit der Zeit ging es aber immer besser, und nach vier Stunden waren wir halbe Profis. 🙂 Die Gletscherwelt… unglaublich schön, mit diesen verschiedenen Blautönen, den blauen, kristallklaren Flüssen die durch das Eis fliessen und den eindrücklichen, tiefen Spalten. Wir konnten ca. 15m weit in eine Eishöhle hineingehen und mit dem Sonnenlicht, welches hineinstrahlte sah es richtig kitschig aus. Die Platzangst hat man dort schnell vergessen… Obwohl ich zuerst ein bisschen Bedenken hatte, hat uns diese Gletschertour richtig Spass gemacht und war super schön! Ein Erlebnis, welches wir so schnell nicht vergessen werden.

Nun geht es heute Nacht mit dem Nachtbus weiter  nach Mendoza, dem bekanntesten Weingebiet Argentiniens.

Bis gli,
Stine u Michu