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20. Mai 2012

Das wars… Hier kommen ein paar Zahlen!

Das wars… Hier kommen ein paar Zahlen!

 

5. April 2012

Big City Life an der Ostküste

Big City Life an der Ostküste

23. März – 1. April 2012
Geschrieben in Coffs Harbour, Australien

Nach eher ruhigeren Tagen zwischen Melbourne und Sydney freuten wir uns wieder eine Metropole besuchen zu dürfen. Die Stadt mit vier Millionen Einwohnern hat eigentlich alles zu bieten was man sich von einer Stadt wünscht: Schöne Parks, gute Einkaufsmöglichkeiten, eine wunderbare Skyline, etwas Kultur, super Strände, gutes Essen und jede Menge zum Anschauen. Kein Wunder ist Sydney vor allem bei Sprachschülern sehr hoch im Kurs.

Da wir unser Auto irgendwo sicher parkieren wollten, wählten wir kein Hostel direkt in der Stadt sondern im Aussenquartier Newtown. Dankbarerweise erwischten wir so auch die absolut perfekte Wohngegend um sich allabendlich durch verschiedene Kulturen zu essen. Innerhalb von 200m fand man an einer Strasse indische, italienische, australische, englische, chinesische, vietnamesische, türkische, amerikanische (Burger…) und gefühlte tausend thai Restaurants. 🙂

Per Metro erreichten wir am ersten Tag innert Minuten das Zentrum und liefen den vom Reiseführer vorgeschlagenen Stadtspaziergang im Zentrum. Nebst Museen, Parks und der Kathedrale war vor allem die Ankunft beim weltberühmten Opernhaus das Highlight. Vorgängig bereits etliche Male auf Fotos und Videos gesehen, mag einem dieses Bauwerk wirklich in den Bann ziehen. Nebst dem ultramodernen und von Hochhäusern geprägten Geschäftsviertel bot uns das alte Viertel „The Rocks“ Eindrücke wie in London. Spannend war auch der Besuch der Hyde Park Barracks, dem ehemaligen Gefangenenlager, das heute ein Museum darstellt. Die Entstehungsgeschichte der englischen Kolonien wurde hier eindrücklich erklärt und illustriert.

Tags darauf besuchten wir den Bondi Beach welcher wohl zu den weltberühmtesten Stränden überhaupt zählt. Sehr viele Surfer und einige wenige Schwimmer bevölkerten das Wasser welches von den berühmten Bondi Lifeguards überwacht wird. Die Rettungsschwimmer besitzen einen Hauch mehr Stil als Mitch Buchannon am Strand von Malibu…. Der anschliessende Spaziergang entlang der Klippen begeisterte uns vor allem deswegen, weil wir in der Nähe einer solchen riesigen Stadt noch nie ein so sauberes Meer gesehen haben!

Nachdem wir am dritten Tag einige weitere Quartiere besuchten und dabei bei der schweizer Bäckerei „Swiss Bakerz“ einen Nussgipfel, Mandelgipfel, Bienenstich und eine Züpfe genossen (vielen Dank Res für deinen Tipp), besuchten wir Tags darauf den Zoo und das Aquarium. Dabei sahen wir übrigens auch die ersten lebenden Kängurus und Wallabys…

Die letzten beiden Tage im Grossraum Sydney verbrachten wir am Strand von Manly welcher wiederum super Wellen und klarstes Wasser bot.

Nach einer Woche brachen wir auf und besuchten die ca. 100km entfernten Blue Mountains welche als Hausberge Sydneys gelten. Einige schöne Ausblicke und ein Fondue später fuhren wir dann weiter ins Hunter Valley, dem berühmtesten Weingebiet Australiens. Zwischen Reben und mit einem guten Nachtessen liessen wir den Abend ausklingen und erfreuten uns sogar noch an den ersten wilden Wallabys, die wir entdeckten.

Den letzten Tag in diesem Bericht verbrachten wir in Port Stephens wo wir das wieder einmal schönere Wetter am wunderschönen Strand genossen.

Nun geht es bald weiter in die berühmten Surf-Orte Byron Bay, Surfers Paradise und Brisbane.

Wir wünschen euch ganz schöne Ostern und viel Spass beim Osternäschtli suchen!

Bis gli,
Stine u Michu

10. Februar 2012

Die Moai-Insel

Die Moai-Insel

23. – 25. Januar 2012
Geschrieben in Moorea, Französisch-Polynesien

Voller Vorfreude machten wir uns nach über vier Monaten auf dem südamerikanischen Festland in Richtung der Osterinsel auf. Diese Insel gehört zu Chile und ist von nur 3’500 Einwohner bewohnt. Die Einwohner sind grösstenteils gross, dunkel und kräftig; etwa so wie man es auch von Hawaii oder der Südsee kennt. Es gibt keinen bewohnten Fleck auf der Erde, auf dem die nächste Zivilisation weiter entfernt ist als hier (Chile ca. 4’200km, Französisch-Polynesien ca. 4’500km).

Gleich nach der Ankunft quartierten wir uns im bisher teuersten Hostel direkt im einzigen Ort hier auf der Insel ein. Nicht nur das Hostel war hier teurer, sondern auch die Lebensmittel, Fahrzeugmieten, etc. waren hier viel teurer als von Chile oder Argentinien her gewohnt.

Bekannt ist die Insel vor allem für die Moai-Kultur und deren Leute, welche vor hunderten von Jahren die weltberühmten Steinköpfe herstellten und diese tonnenschwere (der Grösste misst 21m!) teilweise über 12km über die ganze Insel gerollt haben. Insgesamt wurden auf der Insel bereits über 600 Stück gezählt. Eine Leistung die für uns nicht wirklich fassbar ist.

Am ersten Abend gingen wir den wunderbaren Sonnenuntergang in der Nähe unseres Wohnortes Hanga Roa schauen. Etwa neun Moais stehen dort in perfekter Fotografenmanier still und geniessen mit vielen Schaulustigen den Sonnenuntergang. Obwohl wir am nächsten Tag auch nochmals vorbei schauten blieb es auf Grund der Wolken der einzige richtig kitschige Untergang…

Tags darauf mieteten wir ein Quad und fuhren den Rundkurs um die Insel, welcher teils aus Asphalt teils aber auch aus einer ziemlich löchrigen Staubpiste bestand, ab. Auf dieser 70km- Fahrt macht man ca. 15-20 Stopps an den Stätten und historischen Orten dieser Kultur. Die Spanne reicht von ziemlich zerstörten und umgefallenen Moais bis hin zu einer super erhaltenen Reihe von über 10 Moais auf einem Sockel in Reih und Glied direkt am Meer stehend. Sehr beeindruckend war auch „die Fabrik“, ein zentraler Fels aus dem sämtlichen Moais herausgehauen wurden und noch diverse Unvollendete rumliegen, rumstehen oder teilweise noch halb im Fels hängen!

Nebst den Steinköpfen gefiel uns auch die Natur sehr gut. Dies vor allem weil die Insel überhaupt nicht trocken war, wie wir uns dies vorgängig vorgestellt hatten. Vor allem die riesigen Rasenflächen begeisterten uns, da uns dies an die Schweiz erinnert und eben dieses Bild schon lange nicht mehr gesehen haben.

Zudem haben wir noch einen nahezu perfekten Strand entdeckt: Feinster weisser Sand, überall Palmen, wenig Leuten, wenig Wellen, ca. 7 Moais als Rettungsschwimmer J und drei kleine Wellblech-Restaurants mit lokalen Fisch-Spezialitäten…

Am dritten Tag verbrachten wir etwas Zeit am Strand bevor es dann wieder Richtung Flughafen ging. Abends setzten wir unsere Weiterreise nach Tahiti fort, auf deren Schwesterinsel Moorea wir die zwei nächsten Wochen verbringen werden. J

Bis gli,
Stine u Michu

18. Januar 2012

Farbenpracht an Chiles Küste

Farbenpracht an Chiles Küste

8. – 11. Januar 2012
Geschrieben in Valparaiso, Chile

Nach dem hitzigen Mondoza genossen wir in den letzten Tagen wieder einmal eine frische Meeresbrise in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso. Nach einem letzten Überqueren der Anden und des Grenzpostens auf 2’700müM verbrachten wir drei wunderbare Tage in dieser Stadt, welche als ein gesamtheitliches Kunstwerk betitelt werden darf. Denn nirgendwo war es bisher schöner plan- und ziellos durch die Hügel und Gassen zu laufen, denn in wirklich jeder Strasse, an fast jedem Haus und an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Jedes zweite Haus ist mit einem wunderschönen Bild oder mit einer leuchtenden Farbe bemalt, Strassenschilder und Laternen wurden verziert und Kunst gibt es an jedem Marktstand zu entdecken.

Valparaiso galt bis zur Eröffnung des Panama-Kanals als wichtigste Hafenstadt Südamerikas, und ist auf insgesamt 39 Hügeln gebaut worden. Um nicht jeden Hügel zu Fuss erklimmen zu müssen, haben die Chilenen hier vor sehr langer Zeit (eine Bahn stammt aus dem Jahr 1887) Miniversionen des Marzili-Bähnlis gebaut, welche einem für ein paar Rappen einige Anstrengungen ersparen 🙂

Am dritten Tag besuchten wir das benachbarte Viña del Mar, welches als Edelküstenort gilt, aber längst nicht den gleichen Charme ausstrahlt wie das gemütlichere Valparaiso. Trotzdem war es schön hier die Füsse wieder einmal im Pazifik zu baden (Brrr kalt!) und die Strandatmosphäre zu geniessen.

Wir erlebten hier übrigens zum ersten Mal den Versuch eines Trickdiebes uns was zu stehlen. Geistesgegenwärtig realisierten wir das Vorhaben und kamen völlig unbeschadet davon. 🙂

Ab dem 12. Januar gehts nun weiter nach Puerto Montt, welches im chilenischen Seengebiet liegt, wo wir ein paar entspannte Tage in der Natur verbringen wollen.

Bis gli,
Stine u Michu

15. Januar 2012

121 Tage – Halbzeit – Unsere TOP3

121 Tage – Halbzeit – Unsere TOP3

Nach 121 Tagen ist bereits die Hälfte unserer Reise vorbei! Höchste Zeit also, unsere TOP3 der ersten Hälfte zu erküren:

Top 3 Städte

  • Buenos Aires, Argentinien (Für uns klar DIE Metropole Südamerikas und mit am meisten europäischem Flair)
  • Valparaiso, Chile (Die ganze Stadt ist ein Kunstwerk. Hier macht Verirren Spass!)
  • Salta, Argentinien (Guter Wein, viel Charme!)

 

Top 3 Ausflüge

  • Gletscher- Hike auf dem Perito Moreno, Argentinien (Für uns Flachländler ein echtes Erlebnis)
  • Wandern im Cajas Nationalpark, Ecuador auf über 4’000müM (Sensationeller Wanderweg in luftiger Höhe)
  • Tour mit einem Naturalisten durch den Nebelwald von Monteverde, Costa Rica (So werden einem auch diese Dinge gezeigt, welche man alleine unmöglich entdecken würde)

 

Top 3 Natur und Landschaften

  • Galapagos Inseln, Ecuador (Abwechslungsreiche Natur und Tiere ohne Angst vor den Menschen)
  • Salar de Uyuni und Lagunen, Bolivien (Zuerst nichts als Salz und dann unvorstellbar malerische Landschaften)
  • Patagonien, Chile und Argentinien (Fast am Ende der Welt ist die Natur rauher, intensiver und noch schöner)

 

Top 3 Hotels

  • Hotel Las Olas, Copacabana, Bolivien (Kunstvolles Galeriezimmer mit Panoramafenster mit Sicht auf kitschigen Sonnenuntergang über dem Titicacasee)
  • Hostal Nomades, Valparaiso, Chile (Unser Hotel sollte eigentlich ein Museum sein und das erst nocht in einer Stadt, welche einem Kunstwerk gleicht)
  • Tayka Hotel del Sal, Salar de Uyuni, Bolivien (Ein Hotel komplett gebaut aus Salzblöcken inkl. Bett, Bad und Nachttisch)

Nun sind wir natürlich auf die zweite Hälfte gespannt und hoffen, dass ihr weiter mitreist.

Bis gli,
Stine u Michu

12. Januar 2012

Argentinies Weinhauptstadt

Argentinies Weinhauptstadt

2. – 8. Januar 2012
Geschrieben in Valparaiso, Chile

Nachdem wir von Patagonien nach Buenos Aires zurückgekehrt sind und in dieser Metropole nochmals einige Tagen verbracht haben, gings am 3. Januar mit einem Nachtbus weiter nach Mendoza. Für diese Überfahrt haben wir uns sogenannte Suites-Sitze gekauft, welche in etwa einem First Class- Sitz in einem Flugzeug entsprechen. Die Nacht ging in einem Bett, eigenem TV und Wifi wie im Nu vorbei. Witzigerweise spielten wir gleich nach dem Verlassen von Buenos Aires im ganzen Bus Bingo. Und Michu war unter allen Gästen der Erste, welcher durch den Bus lauthals „BINGO!“ rufen konnte. Der Preis, eine Flasche Weisswein aus Mendoza, genossen wir jedoch an einem anderen Tag.

Mendoza liegt im zentralen Westen Argentiniens am Fusse der Anden und gilt als wichtigstes Weinanbaugebiet Argentiniens. 70% der Weine werden in dieser trockenen und warmen Gegend hergestellt. Ein guter Grund also, diese Stadt zu erkunden.

Nach der Ankunft waren wir so richtig erschlagen von der Hitze, welche an allen drei Tagen zwischen 35 und 39 Grad lag und so mussten wir auch unsere Siesta-Stunden (im kühleren Hostelzimmer) zwischen 14.00 und 17.00 Uhr wieder einlegen! Die Stadt selber erhielt von vielen Reisenden und auch von unserem Reiseführer viel Vorschusslorbereen, aber dies können wir irgendwie nicht bestätigen. Es ist zwar ein gewisser Charme da, aber irgendwie sind wir vom Zentrum und der Stadt als Ganzes nicht überzeugt.

Deshalb setzen wir alle Hoffnung auf Maipu, ein Mini-Dörfchen, welches 17km ausserhalb von Mendoza liegt und nur einem Zweck dient: Weinanbau… So machten wir uns mit dem öffentlichen Bus auf zu Mr. Hugo, einem Fahrradverleih direkt an der Hauptstrasse von Maipu, welcher uns mit einer Karte und zwei Fahrrädern ausstattete. Wir entschieden uns gleich zu Beginn den längsten Weg bis zur Winzerei der Familie „Di Tomasso“zu radeln. Weindegustation auf leeren Magen fanden wir aber keine gute Idee und deshalb assen wir zuerst einen wunderbaren Poulet-Eintopf und genossen dazu einen Malbec Roble, welcher ca. 3m von unserem Tisch entfernt gedeiht. 🙂 Kurz vor dem Dessert entdeckte Michu einen alten WK-Kollegen mit seiner Freundin und so quatschten wir den halben Nachmittag über Gott und die Welt.
So ging der Tag weiter und wir machten uns müde und leicht angesäuselt auf den Rückweg. Unterwegs legten wir noch einen Stopp bei einer Olivenölfabrik ein und besuchten die Produktionsräume. Ausserdem durften wir uns einmal quer durchs Sortiment und zurück degustieren…

Nun verlassen wir Argentinien definitv zum letzen Mal Richtung Chile, wo wir als erstes Valparaiso, die Hafenstadt in der Nähe von Santiago besuchen werden.

Bis gli,
Stine u Michu

27. November 2011

Unterwegs auf der Routa del Vino

Unterwegs auf der Routa del Vino

19. November –28. November 2011
Geschrieben in Salta, Argentinien

Für einmal nahmen wir ein bisschen Reisetempo raus und verbrachten eine gute Woche in der Region um Salta. Salta selbst ist eine Stadt mit einer knappen halben Million Einwohnern, in die wir uns fast ein bisschen verliebt haben. Nachdem die Mentalität, das Dienstleistungsbewusstsein und auch die Freundlichkeit in Ländern wie Bolivien oder Peru eher mässig waren und wir uns häufig einfach als „Tourist abgestempelt“ vorkammen, fiel uns sofort auf, dass dies in Argentinien nicht mehr der Fall sein wird. Wenn man durch die Stadt schlendert oder am Abend zum Essen in Richtung des zentralen Platzes läuft, findet man sich in einer Mischung aus Spanien und Italien wieder. Herrliche Restaurants, gute Gelaterias, Abends um 23.00 Uhr Temperaturen um die 25 Grad…. So lässt es sich leben!
Und so genossen wir die Stadt mit all ihren Vorzügen und verzichteten auf übermässiges Sightseeing oder irgendwelche geführten Touren.

Routa del Vino

Salta gilt als Startpunkt für die Routa del Vino, eine Strasse welche über knapp 190km in das Spitzenweinanbaugebiet Cafayate führt. Um diese Strecke möglichst autonom zu bestreiten, entschieden wir uns ein Auto zu mieten. Dies führt gleich zu mehreren Herausforderungen:

  1. Autofahren in Südamerika (viel Hupen, grundsätzliches ignorieren der Spuren, komische Vortrittsregelung)
  2. Im Einbahnwirrwarr von Salta den Weg auf die Routa finden
  3. Nach fast drei Monaten Fahrabstinenz wieder mal selber fahren
  4. Nach zwei Jahren Automat wieder mal manuell schalten

Alle vier Dinge haben aber dann bestens geklappt und wir genossen die wilde Fahrt durch die roten Canyons entlang des Rio Urubamba. Da man auf diesen Strassen nicht so schnell fahren konnte und wir „ab und zu“ ein Foto machen wollten, brauchten wir pro Weg ca. 4h….

Cafayate selber ist ein kleines Städtchen, welches komplett auf den Weinanbau ausgerichtet ist und so besichtigten wir diverse Kellereien und degustierten verschiedenste Weine. Es ist schön, einmal die Herkunftshäuser der Weine zu sehen, welche wir auch ab und zu in der Schweiz geniessen.

Nach zwei Tagen fuhren wir dann absolut nüchtern zurück nach Salta und quartierten uns wieder im gleichen Hotel ein.

Morgen geht es nun in eine andere Region weiter. Wir fliegen nach Puerto Iguazu und freuen uns auf die Iguazufälle, welche zu den grössten Wasserfällen der Welt gehören.

 

Reiseschmankerl #3: Auf der Jagd nach Morgenessen

Diese Story hat sich vor ein paar Wochen in Copacabana, Bolivien morgens um 09.00 Uhr abgespielt: Da wir in unserem Hotel keine Möglichkeit zum Frühstücken hatten wollten wir in einems der lokalen Restaurants gehen, also liefen wir los…

1. Restaurant: Die Eingangstür im Erdgeschoss war offen, die Öffnungszeiten lauteten von 7.30- 23.00, die Speisekarte war beleuchtet und wir hatten Hunger. Im ersten Stock angekommen war die Türe verschlossen und auch nach merhmaligem Klopfen wurde nicht geöffnet. Wir zogen weiter…

2. Restaurant: Wir fanden ein geöffnetes Restaurant und bekammen die Karten gereicht. Nach der Bestellung unseres reichhaltigen Frühstücks lief der Kellner 4 Schritte, kehrte ohne mit einer anderen Person zu sprechen zu uns um und meinte: „Es gibt kein Frühstück mehr“. Wir zogen darauf hin weiter…

3. Restaurant: Wir sassen ab und warteten und warteten…. Nach gut 5 Minuten fragten wir nach einer Karte und der Kellner erwiderte: „Wir haben gerade keine Karte, aber wartet einen Moment“. Darauf hin lief der Kellner wieder hinter die Bar und diskutierte und lachte mit seinem Kollegen weiter. Weitere fünf Minuten später hatten wir immer noch keine Karte und der Kellner machte auch keine Anstalten uns eine zu besorgen. Also zogen wir weiter…

4. Restaurant: Erst das vierte Restaurant war geöffnet, hatte Karten, hatte noch Frühstück und bediente uns einigermassen anständig und wir kamen zu unserem Frühstück!

Diese Geschichte wiederspiegelt für uns ein bisschen das Dienstleistungsbewusstsein in manchen südamerikanischen Länderen und wir können uns das als Schweizer gar nicht recht vorstellen, wie man so arbeiten kann…

Bis gli,
Stine u Michu

14. November 2011

Mehr Abenteuer als nötig am Titicacasee

Mehr Abenteuer als nötig am Titicacasee

7. Oktober – 14. November 2011
Geschrieben in La Paz, Bolivien

Reiseschmankerl #2: Wie Schweizer Vielzugfahrer den Zug in Peru verpassen…

Bereits im letzten Bericht haben wir kurz unsere Panne beim Zugfahren angetönt und hier nun die ganze Story dazu:
Als Besonderheit haben wir uns bereits zu Beginn der Reise entschieden, dass wir uns zwischen Cusco und Puno eine Zugfahrt mit dem Andean Explorer von Perurail gönnen wollen, da es ab und zu auch ein Hauch von Luxus sein darf. Die Fahrt kostete zwar etwa ein vierfaches des peruanischen Tagesbudgets, aber die Fahrt sei atemberaubend, wurde uns von mehreren Reisenden berichtet. Da wir bereits zwei Tage vorher ebenfalls mit einem Zug der Perurail zum Machu Picchu fuhren und wir da viel zu früh am Bahnhof waren, gingen wir diesmal etwas später aber trotzdem noch völlig in der Zeit liegend. Der Bahnhof befindet sich nicht in Cusco selber, sondern in Poroy, welches in ca. 25 Minuten mit dem Taxi zu erreichen ist. Als wir um 7.30 Uhr (Abfahrt um 08.00 Uhr) am Bahnhof ankamen, meinte Stine bald: „Es hat irgendwie so wenig Leute und unser Zug ist auf der Anzeigetafel auch nicht angezeigt“. Also kontrollierten wir die Tickets und merkten, dass der Zug nicht in Poroy sondern in Cusco fährt – Mist!

Verzweifelt suchten wir ein Taxi und fanden um 7.40 Uhr auch endlich eins, welches uns so schnell als möglich nach Cusco fahren sollte. Als Ansporn versprachen wir dem Taxifahrer einen zusätzlichen Dollar, wenn wir es rechtzeitig schaffen. Aber wie es Murphys Gesetz eben will, erwischten wir jeden langsamen Bus und Lastwagen, welcher um diese Zeit unterwegs war und so erreichten wir um 8.02 Uhr den Bahnhof in Cusco. Pünktlichkeit ist keine Sache, mit denen sich die Peruaner schmücken können, aber Perurail wollte an diesem Tag nicht unpünktlich sein und so war der Zug weg – Doppelt Mist!

In Aussicht der Alternative (einer 12h Nachtbusfahrt) rannten wir panisch zu einer Schalterdame und erzählten unser Problem, diese rannte kurz darauf noch viel panischer zum Bahnhofvorsteher und erklärte die gesamte Situation. Cool und abgebrüht wie ein Bahnhofsvorsteher halt sein muss (stell ich mir zumindest so vor) lief dieser gemütlich zu uns, packte sein Funkgerät und besprach sich mit dem Zugchef des fahrenden Zuges.

Zwei Minuten später wussten wir, dass falls es uns gelingt mit dem Taxi den Zug zu überholen, wir einsteigen können. Also beauftragten wir unseren Taxifahrer erneut Gas zu geben und so schnell wie möglich die Aufstiegsstelle ausserhalb von Cusco zu erreichen. Bereits nach einigen Minuten konnten wir am Stadtrand von Cusco den Zug erspähen und beobachteten wie wir Meter für Meter aufholten. Als unsere Fingernägel am Ende waren, hatten wir den Zug endlich überholt und konnten nun den nötigen Vorsprung gewinnen. Nach der 40 Minütigen Taxifahrt erreichten wir die Stelle, stellten uns an die Gleise und winkten mit unseren Tickets. Nach wenigen Minuten kam der Zug in Sichtweite, begann zu bremsen und liess uns einsteigen… Drinnen angekommen nahm uns das super nette Personal sofort die Rucksäcke ab und brachten uns ein Getränk… Schnauff!

Die Fahrt selber war dann genial: Super Essen, ein bisschen Luxus und die unbeschreibliche Landschaft dieser Andenhochebene, auf der der Zug zeitweise auf über 4’300m stieg.

Puno war die Endstation des Zuges und dort verweilten wir zwei Nächte am Titicacasee. Der Ort selber hat sehr wenig zu bieten und diente uns als Ausgangspunkt für die nächste Station unserer Reise. Von Puno aus hätten wir gerne die schwimmenden Inseln besucht, was aber wegen dem Gesundheitszustand von Stine leider nicht möglich war. (Man merke sich: Niemals Eis im Getränk!)

Copacabana

Wir liessen Peru hinter uns zurück und fuhren innert drei Stunden mit dem Bus dem Titicacasee entlang bis wir die bolivianische Grenze erreichten, von dort aus war es zu unserem Ziel nur noch ein Katzensprung. Copacabana ist ein winziges Städtchen am höchsten von komerziellen Schiffen befahreren See der Welt, dem Titicacasee. Dieser  liegt auf einer Höhe von 3’810m, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine maximale Tiefe von 281 m. Das Städtchen ist sehr touristisch und bietet ausser einem Hafen mit den Tourschiffen nicht viel. Dafür hatten wir hier das beste, kreativste Hotel der ganzen Reise bis jetzt! Die Lage war ein bisschen erhöht, das Zimmer inkl. Galerie war vor allem aus Holz und Stein gebaut. Riesen Glasfront mit Sicht auf den See, eigene, kleine Terrasse mit Hängematten und Liegestühlen, eine Dusche aus Stein usw.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem kleinen, klapprigen Schiff auf die Isla del Sol (Sonneninsel), welche der Inkalegende nach der Enstehungsort der Sonne und der Inkas sein soll. Die Insel ist landschaftlich sehr karg und beherbergt einige Inknaruinen. In einer ca. vierstündigen Wanderung an der prallen Sonne auf über 4’000 m waren wir froh, das Südende erreicht zu haben und wieder ins Boot steigen zu können.

La Paz

Vorgestern fuhren wir dann mit dem Bus weiter nach La Paz. Die Fahrt war durch das Warten auf die Tour de Bolivia (Echt!), das Überschiffen auf einem engen Kanal des Titicacasees und der kurvigen Strassen wirklich abenteuerlich. La Paz ist mit knapp 900’000 Einwohnern eine kleinere Stadt und hat den höchsten Regierungssitz der Welt. Die Stadt selbst ist nicht schön,  sehr schmutzig und bietet keine touristischen Highlights. Wir nutzen die Zeit hier vor allem zum Organisieren der Tour in die Salar de Uyuni (Salzwüste), welche wir am 15.11.11 starten werden.

Wir melden uns bald wieder mit den Eindrücken aus der grössten Salzwüste der Welt und wünschen euch bis dahin viel Spass mit diesem Bericht.

Bis gli,
Stine u Michu

23. Oktober 2011

Mal ein bisschen Höhenluft schnuppern…

Mal ein bisschen Höhenluft schnuppern…

16. Oktober – 22. Oktober 2011
Geschrieben in Cuenca, Ecuador

Am letzten Sonntag traffen wir am Flughafen auf den Galapagos nochmals den Rest unserer Galapagos-Tour-Gruppe, welche auch den letzten Teil miterlebten, den wir auf Grund der Seekrankheit ausliessen. Freudigerweise erzählten sie zwar von einer weiteren schönen Insel, aber in Sachen Tiere hatten wir bereits vorgängig alles sehen können.

Mit dem Abflug Richtung Quito begann auch in unseren Köpfen das Abenteuer Südamerika so richtig, da die Galapagos nicht ganz dem Festland entsprachen. Quito ist die Hauptstadt Ecuadors, ist auf ca. 2’800 müM gelegen und hat 2 Millionen Einwohner. Bereits bei der Ankunft bemerkten wir, dass die Luft etwas dünner war und uns bereits Treppen oder kleine Hügel zu schaffen machten. Dazu kam noch der enorme Smog, welcher auf Grund der nicht gerade umweltfreundlichen Auspuffe der Autos, Busse und Lastwagen, erheblich war.

Am Montag erkundeten wir zu Fuss die Altstadt von Quito, welche von alten Kolonialhäusern nur so strotz und zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die Altstadt ist nicht gross, aber bietet mit Museen, etlichen Kirchen und schönen Plätzen viel zu sehen. Gleich hinter der Altstadt liegt die Bergkuppe Panecillo, welche wir auf Grund des herrlichen Ausblicks über die gesamte Stadt im Laufe des Nachmittags auch noch besuchten. Auf Grund von Warnungen bezüglich Kriminalität, waren wir gezwungen ein Taxi rauf und runter zu nehmen. Auch ab 18.00 Uhr mussten wir stets ein Taxi benutzen und konnten selbst kurze Strecken von 200-300m nicht mehr laufen.

Am Dienstag besuchten wir das ca. 25km von Quito entfernte Mitad del Mundo, welches, wie es der Name schon sagt, der Mittelpunkt der Erde darstellt. Heisst: Dieses Dörfchen liegt genau auf dem Äquator. Zur Markierung des Äquators wurde ein grosses Denkmal erbaut, welches wir  keuchend (ca. 300 Treppentritte) erstiegen. 🙂
GPS-Messungen vor einigen Jahren ergaben, dass eben dieses Denkmal ca. 200m neben dem echten Äquator liegt und so besuchten wir auch den echten Mittelpunkt noch. Genau auf dem Äquator liegt ein kleines Museum, in welchem wir ca. eine Stunde über Ecuadors Geschichte, Lebensweisen der Einheimischen und Schrumpfköpfe informiert wurden. Weiter konnten wir einige Experimente machen, welche mit dem Äquator zu tun haben: Ein Ei auf einen Nagelkopf stellen, Beobachten des Wasserabflusses auf, südlich und nördlich vom Äquator, das fast unmögliche balancieren auf dem Äquator. (Die Kräfte ziehen gegen Norden und Süden) und viele weitere spannende Experimente.

An unserem letzten Tag in Quito nahmen wir den Teleferico (Gondelbahn) und fuhren innert Minuten auf ca. 4100müM. Oben angekommen genossen wir die grandiose Aussicht auf die Stadt und die umliegende Umgebung. Eindrücklich waren vor allem die Vulkane im Hintergrund. Der bekannteste davon ist der von Gletscher bedeckte, knapp 6000m hohe Cotopaxi.

Baños

Am nächsten Tag erreichten wir nach ca. 4h Busfahrt Baños, welches bekannt für seine Thermalbäder ist. Ein Thermalbad in Ecuador entspricht nicht ganz den Standards in der Schweiz. Zwar bezahlten wir pro Person nur 2 USD Eintritt, hatten aber dafür auch nur zwei kleine, mit Menschen überlofene Becken zur Verfügung. Eines davon heiss, das andere zu heiss…

Am Freitag packten wir unsere Wanderschuhe aus und liefen den Höhenwanderweg oberhalb Baños, welcher eine schöne Aussicht über die Stadt und den Vulkan bot. Die Wanderwege und vor allem die Beschilderungen sind mässig, aber dank eines Wanderbuchs, welches wir in Quito teilweise kopierten, fanden wir wieder zurück. 🙂 Das anschliessende Bad in einem anderen Thermalbad behagte uns schon mehr und nach einem Fondue Bourgignon gingen wir müde schlafen.

Und heute brachten wir die 8h lange Busfahrt nach Cuenca hinter uns… In Cuenca werden wir nun einige Tage verweilen, bis wir am 27. Oktober von Guayaquil Richtung Lima, Peru weiterfliegen.

Wir melden uns bald wieder mit einem Bericht über Cuenca und die umliegende Umgebung.

Bis gli,

Stine u Michu

 

15. Oktober 2011

Alternativuniversum inmitten des Pazifiks

Alternativuniversum inmitten des Pazifiks

6. Oktober – 15. Oktober 2011
Geschrieben in Puerto Ayora, Galapagosinseln, Ecuador

Nachdem wir Costa Rica am 7. Oktober mit 4.5 Stunden Verspätung per Flugzeug verlassen und nur dank einigen Sprints den Anschlussflug in Miami erreicht hatten, landeten wir planmässig in Guayaquil und somit auf dem Festland Ecuadors. Die Hafenstadt liegt im Südwesten des Landes und ist mit gut 3 Millionen Einwohnern die grösste Ecuadors und beherbergt somit etwa einen Fünftel der Landesgesamtbevölkerung. Bevor wir am 9. Oktober Richtung Galapagosinseln weiterflogen, hatten wir noch einen Tag Zeit die Stadt zu besichtigen. Dank grosser Investitionen in den letzten Jahren gilt Guayaquil mittlerweile als realtiv sicher und so machten wir uns unbeschwert auf, die 2.5km lange Flusspromenade und den Cerro Santa Anna zu erkunden. Der Cerro Santa Anna ist ein kleiner Hügel am Ende der Promenade mit vielen farbigen Häusern, einem Leuchtturm und einer kleinen Kirche auf der Spitze. Die 360 Grad-Rundumsicht war eindrücklich und liess die Grösse der Stadt erahnen.

Am Sonntag flogen wir dann weiter nach Baltra, ein kleiner Fleck auf der Karte der Galapagosinseln. Diese Vulkaninselgruppe Galapagos liegt über 1’000 km entfernt vom Festland inmitten des Pazifiks und bringt einem dazu ,die Welt mit anderen Augen zu sehen. Wir hatten eine achttägige Tour gebucht, die für uns aber nur fünf Tage dauerte. Mehr dazu später…

Gleich nach der Ankunft wurden wir mit Bussen an den kleinen Hafen gefahren und mit den Dingys (kleine Beiboote) auf unser Kreuzfahrtschiff, welches Platz für 16 Gäste bietet, transportiert. Da es am Flughafen von älteren Menschen nur so wimmelte, befürchteten wir einen Altersheimausflug mitzumachen. Jedoch hatten wir Glück und kamen in eine super Gruppe mit vielen jungen und netten Leuten!
Kurz nachdem wir an Bord gingen fuhren wir auch schon los um den ersten Ankerplatz (entschuldigt den Matrosen-Slang, aber ich bin jetzt ein Seebär…) zu erreichen. Die Tagesabläufe waren stark durchgeplant und sahen im Normalfall ungefähr dieses Programm vor:

  • Frühstück 6.30 Uhr
  • 2.5h Ausflug auf einer Insel mit Wet oder Dry Landing
  • 1h schnorcheln vom Strand oder vom Dingy aus
  • Mittagessen: 12.00 Uhr
  • 2.5h Ausflug auf einer Insel mit Wet oder Dry Landing
  • 1h schnorcheln
  • Abendessen 19.00 Uhr

In der Nacht und zwischen den einzelnen Aktivitäten fuhr das Boot immer weiter an den nächsten Ankerplatz. Diese Fahrten dauerten zwischen 1h und 8h und reichten von 2km bis zu Distanzen über 100km.

Die einzelnen Inseln waren extrem unterschiedlich und so varierte die durch Vulkane geprägte Landschaft aber auch die Tierwelt ständig. An Land sahen wir diverse Arten von Vögel (darunter Pelikane, Blau- und Rotfusstölpel, etc,), Robben, unzählige Seelöwen, Pinguine, Landschildköten die bis 250kg schwer und 200 Jahre alt werden können, Meeresschildkröten, Meeres- und Landleguane, Schlangen, Spinnen und hunderte von Krebsen. Uns beindruckte nicht nur die enorme Vielfalt sondern auch die Tatsache, dass diese Tiere aufgrund des sehr guten Schutzes keine Angst vor Menschen haben. So konnten wir uns den Seelöwen, Schildkröten, Leguanen und auch den Vögeln bis auf einen halben Meter nähern. Selbst Seelöwenmütter welche ihr Baby säugten wurden nicht nervös und liessen unsere neugierigen Blicke ohne weiteres zu.

Das gleiche Bild bot sich unter Wasser und so schnorchelten wir mit Herrscharen von Fischen, Meeresschildkröten, Rochen, Seelöwen (20-30cm Distanz zu meiner Taucherbrille), die mit uns spielten und sogar mit mehreren Weissspitzenhaien, welche in einer Distanz von ca. 3m neben uns schwammen.

Leider wurde Stine bereits während der ersten längeren Überfahrt auf der rauhen, offenen See extrem Seekrank (leider nützten hier auch die starken Tabletten nichts mehr) und so verbrachten wir zwei ganze Nächte mit nur ganz wenig Schlaf draussen auf dem Deck. Deshalb entschieden wir bereits nach fünf Tagen von Bord zu gehen und die letzten drei Nächte in einem Hotel auf der Insel Santa Cruz zu verbringen, bis wir am 16. Oktober planmässig nach Quito weiterfliegen werden.

Wir melden uns in etwa einer Woche mit einem Bericht über die Gegend von Quito und wünschen euch bis dahin eine gute Zeit.

Bis gli,
Stine u Michu