Archiv | März, 2012
23. März 2012

Ungewohnte Blickwinkel (mit Helirundlflug-Video)

Ungewohnte Blickwinkel (mit Helirundlflug-Video)

11. – 22. März 2012
Geschrieben in Sydney, Australien

Wir sind in Australien!! Nach einem kurzen Flug sind wir in Melbourne angekommen. Wir verbrachten hier ein paar Tage bis wir unser Spaceship (www.spaceships.tv) abholen konnten. Wir genossen es nach so langer Zeit in der Natur wieder einmal in einer Grossstadt zu sein.

Melbourne ist mit knapp vier Millionen Einwohnern eine riesige Stadt, welche ein modernes Zentrum besitzt, das nebst modernen Gebäuden auch immer wieder historische Glanzpunkte setzt. Die alten, wunderschönen Gebäude mitten in den Hochhäusern kamen uns fast unwirklich vor. Wie wenn man sie künstlich gebaut hätte wie in Las Vegas oder Disneyworld. Die im Südosten gelegene Stadt hat uns während drei Tagen bestens unterhalten. Nebst dem Städtereise-typischen shoppen, viel und gut Essen, Hafen erkunden und Grünflächen bewundern, hat uns der Ausflug auf das höchste Gebäude der südlichen Halbkugel begeistert. Mit einem Tag/Nacht-Ticket besuchten wir das 88igste Stockwerk auf 290m am gleichen Tag zweimal und genossen vor allem am Abend den grandiosen Ausblick über die Metropole. Nebst dem Gelände der Australian Open konnte man auch die Formel 1-Strecke und viel Anderes entdecken. 🙂

Australien Part 1

Vor einer Woche übernahmen wir dann unser Spaceship, welches einem Van mit Bett und kleinem Kühlschrank entspricht und gingen uns erstmals mit allen Notwendigkeiten ausrüsten. Mit neuen Campingstühlen, einem Tisch, einer LED-Laterne, Anti-Mücken-Zeugs und mit einem 12V-Steckeradapter waren wir dann bereit für unsere erste Etappe, die Great Ocean Road. Diese Küstenstrasse führt von Melbourne etwa 300km westlich entlang der Tasman-Sea. Wir fuhren der wilden Küste entlang durch kleine Dörfchen und riesige Wälder (wo wir ganz nah an der Strasse einen Koalabären entdeckten!) bis zum grossen Highlight: Den spektakulären Felsformationen „Die zwölf Aposteln“ und  „London Bridge“. Bei letzterer ist leider vor ein paar Jahren die halbe Brücke eingebrochen. Hier konnte Michu endlich sein Geburtstagsgeschenk von 2011 bei mir einlösen. 🙂 Einen Helikopterrundflug über die Küste mit Blick auf die Aposteln (es stehen nicht mehr alle zwölf…), die London Bridge und auf weitere Felsformationen. Es war ein eindrückliches Erlebnis aber schaut am Besten selbst!

 

Wir fuhren den ganzen Weg wieder zurück und weiter via Melbourne durch diverse Nationalparks mit viel Wald, vor allem Eukalyptusbäumen und vielen „Achtung Känguru“ Zeichen. Gesehen haben wir bis jetzt keins. (Auf jeden Fall kein lebendes…). Dafür aber schon eine grosse, schwarze Schlange. Ist ja auch nicht schlecht für den Anfang. Über den Sapphire Coast Drive im Osten des Landes ging es Richtung Norden. Was sich so toll anhört, war gar nicht so toll. Wir sahen sozusagen nichts von der Küste. Die Strasse führte wieder durch Wald und Busch… wir bogen aber ab und zu rechts ab um doch noch einen Blick auf das schöne, blaue Meer zu werfen.

Da sich Melbourne und Sydney nicht einigen konnten wer die Hauptstadt wird, hat man 1911 zwischen den zwei rivalisierenden Städten eine Hauptstadt gebaut. Canberra! Eigentlich hatten wir vor, zwei Nächte hier zu verbringen um die Stadt zu besichtigen. Wir waren gerade mal einen Nachmittag dort. Die Stadt hat zwar viel Grün und viele moderne Gebäude, darunter das alte und neue Parlamentshaus, aber sonst nicht viel zu bieten. Nicht weit von Canberra an der Küste fanden wir noch einen schönen Fleck zum verweilen. Die Jervis Bay. Eine grosse, geschützte Bucht mit mehlig weissen Sandstränden und herzigen, kleinen Dörfchen. Am Strand und beim Spazieren genossen wir hier zwei schöne Tage. Zwar konnten wir wegen der Strömung, der kalten Wassertemperatur und wegen der fehlenden Aufsicht nicht baden, aber das können wir hoffentlich weiter oben nachholen.

Jetzt freuen wir uns auf Sydney!

Bis gli,
Stine u Michu

16. März 2012

Schafe soweit das Auge reicht

Schafe soweit das Auge reicht

24. Februar – 11. März 2012
Geschrieben in Christchurch, Neuseeland

Neuseeland hat eine der vielfältigsten und spektakulärsten Landschaften der Welt. Auf der Nordinsel sahen wir Vulkanlandschaften, einsame, friedliche Südseestrände und Regenwälder. Hier auf der Südinsel schneebedeckte Berge, Gletscher, wunderschöne Dünenlandschaften und eine wilde Küste mit schroffen Felsen. Die grünen saftigen Hügel mit vielen Schafen konnten wir auf beiden Inseln finden.

Wir starteten unsere Reise ganz oben im Norden mit einem Besuch bei Bekannten welche hier Ferien machten. Sie kennen Neuseeland sehr gut und somit lernten wir einen wunderschönen Ort kennen, den wir sonst gar nicht besucht hätten: Den Wharariki Beach in der Nähe von Cape Farewell (nördlichster Spitz der Südinsel) und seinem Leuchtturm. Wir machten einen kurzen Spaziergang über Wiesen und durch eine Buschlandschaft bis plötzlich die mächtigen Dünen zum Vorschein kamen.

Es war ein herrliches Gefühl barfuss durch den mehlig-weissen Sand zu laufen. Aufgrund des sehr starken Windes hatten wir etwas länger das andere Strandende zu erreichen. Dort gibt es einen Weg zurück aber nur bei Ebbe und wir konnten nicht einschätzen ob das Wasser kam oder sich zurückzog. Wir probierten es einfach aus! Durch den kleinen Tunnel der zu den anderen Felsen führte kamen wir… das Wasser reichte nur bis zu den Knöcheln. Um diese Felsen herum konnten wir nicht mehr laufen, also mussten wir darüber klettern um zum Weg zu gelangen. Beim anziehen der Schuhe fiel mir einer hinunter in den Sand und ich musste mich beeilen um ihn aufzuheben bevor die nächste Welle kam. Dies gelang mir auch, aber der andere, schon angezogene Schuh wurde mit der nächsten Welle überschwemmt. So musste ich mit einem sumpfigen Schuh zurücklaufen. Dieser Ausflug war ein kleines Abenteuer und hat trotz nasser Füsse Spass gemacht! Ausserdem eines unserer grössten Highlights von Neuseeland.

Nach dem Besuch fuhren wir weiter Richtung Berge, den Southern Alps. Unterwegs wanderten wir noch entlang der Küste, im Regenwald des Abel Tasman Nationalpark mit schönen Aussichten auf das türkise Meer und die einsamen Buchten. Danach fuhren wir entlang der herrlichen und wilden Westküste mit ihren schroffen, spitzigen Felsformationen und den grossen Wellen. Das reizte vor allem Michu zum baden doch es war viel zu kalt und die Strömung ist nicht zu unterschätzen…

Neuseeland Südinsel

Der Franz Josef Gletscher erhielt seinen Namen von einem Österreicher, der den Gletscher als Erster erkundete und ihn nach seinem Kaiser taufte. Wenn man den Perito Moreno Gletscher in Patagonien oder auch den Aletschgletscher bei uns gesehen hat, ist dies kein grosses Spektakel mehr. Trotzdem war es eindrücklich, weil man ganz nah zu ihm hinwandern kann. Da das Wetter schlecht war, gingen wir den zweiten berühmten Fox Glacier nicht mehr besuchen. Wir fuhren weiter ins wunderschöne Städtchen Queenstown welches direkt an einem See und umgeben von Bergen liegt. Es ist das Top Ziel für Abenteueraktivitäten. Wir verzichteten aber auf Bungee-Jumping, Drachenfliegen oder Wildwasser-Rafting und gingen statt dessen auf eine Rodelbahn, was mir persönlich viel mehr Spass machte. 🙂

Von Queenstown aus buchten wir unsere „Kreuzfahrt“ durch die Milford Sounds. Diese befinden sich nur ein paar km von hier entfernt. Luftlinie!! Fahren mussten wir rund um die Berge ca. 300km (oder 4,5h) mit dem Auto… Dafür konnten wir knappe 2h durch den Fjord fahren und die steilen Hänge der Berge auf beiden Seiten und die vielen Wasserfälle bestaunen.

Bevor wir den berühmten Mount Cook besuchten, fuhren wir noch einen kleinen Umweg, um die eindrücklichen Moeraki Boulders zu besichtigen. Runde Kugeln aus Stein die aussehen wie grosse Murmeln am Strand…

Der Mount Cook ist ein mächtiger, schneebedeckter Berg mit 3755m und mit vielen Nachbarsbergen, welche annähernd so hoch sind. Von den 27 Dreitausendern Neuseelands liegen 22 im Mount Cook National Park. Umgeben sind sie von schönen türkisfarbenen Bergseen wie zum Beispiel dem Lake Tekapo. Hier wanderten wir zwischen gelbem, strohigem Gras und vielen Kaninchen dem See entlang.

Wegen dem starken Erdbeben vom Januar 2011 ist das Zentrum von Christchurch fast vollständig zerstört. Wir gingen kurz hin aber es lohnte sich nicht. Alles ist abgesperrt, man sieht nur Zerstörung und viele Baustellen. Hier gaben wir unseren Camper ab und ab hier fliegen wir weiter nach Australien.

Die Zeit hier in Neuseeland ist für uns extrem schnell vorbeigegangen. Die freundlichen Einwohner, das angenehme Klima, die prima Strassen, die gut organisierten Aktivitäten und Informationszentren und die phantastischen Campingplätze machen das Reisen hier zu einer grossen Freude. Wir werden Neuseeland als entspanntes und wunderschönes Reiseland in Erinnerung behalten.

Bis gli,
Stine u Michu