Archiv | Dezember, 2011
17. Dezember 2011

Warum Buenos Aires in Europa liegen sollte…

Warum Buenos Aires in Europa liegen sollte…

1.  – 9. Dezember 2011
Geschrieben in El Calafate, Argentinien

Buenos Aires, abwechslungsreich, schön, gross, gemütlich, beeindruckend… eine der spannendsten Städte Südamerikas! Wir haben uns sofort in diese Stadt verliebt!

Mit dem Bus kamen wir etwas ausserhalb von Buenos Aires an. Durch die Fenster des Taxis sah die Stadt zuerst mit den vielen Baustellen chaotisch und lärmig aus. Doch die Fahrt und dieses Bild war schnell vergessen! Die Stadt ist zwar riesig mit ca. 13 Mio. Einwohnern, aber die meisten Sehenswürdigkeiten liegen verteilt im Zentrum und sind zu Fuss erreichbar.

Buenos Aires hat verschiedene Viertel, jedes sieht total anders aus und man hat das Gefühl man befindet sich immer in einer anderen Stadt. Sie kommt uns sehr europäisch vor. Ein Mix zwischen Madrid, London, Barcelona mit viel südländischem Flair… Da gibt es zum Beispiel das Arbeiterviertel San Telmo, Zentrum der Tangokultur, wo sich auch unser Hostel befindet. Kopfsteinpflaster, alte Häuser, Boutiquen, Künstlerateliers und gute Restaurants. Wir gingen am Abend oft zum Plaza Dorrego, dem Zentrum des Viertels um zu Essen – Essenszeit hier um ca. 22:00 Uhr, also zur Zeit des Sonnenuntergangs…:-)) oder um ein bisschen zu flanieren. Am Sonntag gabs hier ein riesigen Markt mit vielen Antiquitäten, was uns eher weniger interessierte, aber als wir ein bisschen stöberten fanden auch wir zwei, drei schöne Sachen und vor allem schöne Bildmotive… 🙂 Die Tangotänzer vermissten wir. Es gab zwar live Tangomusik aber keine Tänzer. Erst an unserem letzten Tag kamen wir doch noch dazu ein Paar beim tanzen zu beobachten.

Gleich am zweiten Tag fuhren wir mit dem Taxi ins Viertel La Boca. Auch ein Arbeiterviertel direkt am alten Hafen, wurde von italienischen Einwanderern aus Genua gegründet. Wir besuchten nur die Hauptatraktion „El Caminito“, denn ausserhalb der Touristenwegen ist dieses Viertel nicht sicher. „El Caminito“ ist ein Fussgängerweg mit alten, ganz farbigen Häusern und vielen Künstlern, die ihre bunten Bilder ausstellen. Hier war es uns etwas zu touristisch und wir blieben nicht lange. Die Tangotänzer tanzten nicht, sondern verdienten ihr Geld mit gestellten Fotos welche von ihnen geschossen wurden. Das fanden wir sehr schade. Die Restaurants und Shops sind nur auf Touristen ausgelegt und somit viel zu teuer. Wenn man nun aber die ganzen Touristen mal ausblendet, dann haben uns die Farben, der Charme der Häuser und der Umgebung doch sehr gefallen. In diesem Viertel befindet sich auch das berühmte Fussballstadion der Boca Juniors. Gerne wären wir beim Cup-Final dabei gewesen, doch die bezahlbaren Plätze waren schon ausgebucht…

…wenn nicht ein Fussballspiel, dann gehen wir eben was anderes schauen! Und so verbrachten wir den Sonntagnachmittag an einem Polo Spiel. Die Regeln verstanden wir überhaupt nicht. Es war aber trotzdem spannen einmal zu sehen wie Polo gespielt wird und vor allem eindrücklich was diese Pferde leisten müssen. Mir taten sie ja ein bisschen Leid… Zum Glück wurden sie alle 2 – 3 Minuten ausgetauscht und konnten „ruhen“ bis sie wieder an der Reihe waren. Das Polo Gelände befindet sich im noblen Viertel Palermo Viejo. Hier besuchten wir verschiedene, wunderschöne, grüne Parks, unter anderem einen japanischen- und einen Rosengarten. Es war ein Feiertag und hatte viele Velofahrer, Skater und Jogger. Michu hätte sich am liebsten an die Jogger „drangehänkt“… und wäre mit ihnen eine Runde oder zwei gelaufen. Wir konnten „leider“ nur spazieren und entspannen. Von der Grossstadt kommt man hier nichts mehr mit. In Palermo Viejo gibt es die besten Restaurants der Stadt und viele Bars. Wir verbrachten auch hier ein paar schöne Abende. Leider war es zu Fuss viel zu weit und wir fuhren jeweils fast 1h U-Bahn pro Weg. Aber es hat sich gelohnt…

Das neuste Viertel der Stadt ist Puerto Madero. Das Hafenviertel hat eine sehr schöne Fussgängerpromenade mit neu renovierten Backsteinhäusern, modernen Hochhäusern (meistens teure Hotels) und viele aber teure Restaurants und Bars. Da es uns hier so gefiel, gingen wir paarmal hier spazieren. Die Abendstimmung ist grossartig. Hier erinnerte es uns sehr an die Uferpromenade in London.

Einen ganzen Tag verbrachten wir an einer einzigen Strasse! Der grössten Einkaufsstrasse von Buenos Aires. Kein Vergleich mit der Oxfortd Street, aber doch ein paar gute Shops und Einkaufszentren. Die andere berühmte Einkaufsstrasse haben wir viel schneller erforscht, da brauchten wir nur einen Abend… hier gibt es aber auch kein Verkehr und keine Ampeln.

Ein Highlight der Stadt ist der Recoleta Friedhof. Hier ruhen nur die Reichen, unter anderem die berühmte Evita. Es dauerte ein bisschen bis wir ihr Grab aus Marmor zwischen all den anderen fanden. Es sind nicht einfach „nur“ Gräber, sondern richtige Häuschen, manchmal kleine Kirchen fast alle mit Kreuzen oder Engelsstatuen auf dem Dach, die meisten aus Marmor, Sandstein, Glas oder Granit. Wir fanden den Friedhof/Prunk beeindruckend aber eigentlich unnötig!

Hier verbrachten auch wir – und wir sind sicher nicht die ersten und auch nicht die letzten – mehr Zeit als eigentlich geplant. Schade nur, liegt diese wundervolle Stadt so weit weg von uns… 14h Flug wären doch etwas viel für einen Städtetrip. Doch Argentinien bietet ja nicht nur eine schöne Stadt… mehr dazu im nächsten Beitrag!

Bis dahin wünschen wir euch allen schöne Weihnachten!

Bis gli,
Stine u Michu

 

 

 

4. Dezember 2011

1m/s*7’000m3/s*64m = Ein nasses Vergnügen

1m/s*7’000m3/s*64m = Ein nasses Vergnügen

28. November – 1. Dezember 2011
Geschrieben in Buenos Aires, Argentinien

Am späten Nachmittag kamen wir nach einem kurzen Flug in Iguazu an. Der gebuchte Transfer vom Flughafen ins Hotel klappte leider nicht, doch das super Hotel liess uns den kleinen Ärger schnell vergessen. Es lag mitten im Dschungel, hatte schöne Holzbungalows und ein Pool, welchen wir gleich nach der Ankunft mit grosser Freude nutzten.

Am nächsten Morgen fuhren wir schon früh zu den Iguazu Wasserfällen auf der argentinischen Seite. Wir nahmen den kleinen Touristenzug um zur Garganta del Diablo (Teufelsrachen) zu gelangen. Wir wollten gleich zu Beginn das grösste Highlight des Nationalparks sehen. Es hatte sooooooo viele Touristen, dass wir nur bis zur ersten Haltestelle fuhren und von dort aus den Rest des Weges liefen. Wir liefen lieber 30 Minuten als dass wir fast genau so lange zwischen den Leuten eingequetscht im Zug sassen. Dieser fuhr nähmlich so langsam, dass wir fast zur selben Zeit beim Eingang zur Garganta del Diablo eintraffen. Wir (und alle anderen…) liefen noch 15 Minuten weiter über eine lange Brücke aus Gittern bis zum Ziel: Ein riesiger Wasserfall mit paar „kleineren“ Nachbarwasserfällen, welche laut und mit 7000 m3 Wasser pro Sekunde in die Tiefe stürzten (64m). Wir konnten auf diesen Gittern bis ganz zum Abgrund laufen und überhängend nach unten schauen. (Und immer Sonnenbrille und Hut festhalten!!) Das Wasser unten, wo der Wasserfall „ankommt“, konnten wir nicht sehen. Das aufstäubende Wasser war so dicht und hoch, dass wir davon hier oben noch nass wurden! Dieses Erlebnis war für uns unglaublich beeindruckend! Doch dies ist natürlich nur ein ganz kleiner Teil dieser wunderschönen Wasserfalllandschaft, welche sich auf ca. 2.5km Länge erstreckt. Durch einen Rundweg oberhalb und einen unterhalb der Wasserfälle konnten wir noch viele weitere Fälle bestaunen. Was sehr erfrischend war – an diesem Tag stieg das Thermometer auf tropisch-feuchte 34 Grad -, war ein Aussichtspunkt so nah an einem Wasserfall, dass man danach schön abgekühlt und nass den Rückweg des Rundweges antreten konnte.

Wir liefen den ganzen Tag im Nationalpark herum (den Zug benutzten wir nicht mehr…), dass wir am späten Nachmittag ganz sehnsüchtig in unser Pool hüpften. 🙂

Den nächsten Tag verbrachten wir, wenigstens für ca. 4 Stunden, in Brasilien! Auch von diesem Land wollten wir unbedingt einen Stempel im Pass. 🙂 Nein, natürlich nicht…! Hier besuchten wir den brasilianischen Teil der Wasserfälle. Dieser Park ist sehr viel kleiner als sein Nachbar in Argentinien, dafür hat man von hier eine unglaublich schöne Panoramasicht auf fast alle Wasserfälle des ganzen Parks. Wir liefen auch hier den Rundweg und kamen auch in Brasilien nicht ohne Wasserfalldusche davon. Machte auch nichts…, denn es war noch ein, zwei Grad heisser als am Tag zuvor.

Am selben Tag um 16:00 startete unser Abenteuer „Nachtbus“! Zum Glück konnten wir im Hotel noch schnell duschen. Denn der Mix aus Schweiss, Sonnencrème und Mückenspray wäre im Bus nicht sehr angenehm gewesen! Wir fuhren 19 Stunden bis wir am nächsten Morgen in Buenos Aires ankamen. Die Buse hier sind ziemlich luxuriös. Die Sitze konnten wir bis 160 Grad senken, es gab Nachtessen und Frühstück, Kissen und Decke (für mich zwei, denn die Klimaanlage haben sie noch nicht so im Griff!) und jede Menge Filme. Am späten Abend schlief ich beim Filmschauen ein und wachte erst wieder auf, als es schon wieder hell war! Das hätte ich nie für möglich gehalten! 🙂

Jetzt freuen wir uns auf die big city mit guter Luft!

Bis gli,
Stine u Michu