Archiv | November, 2011
27. November 2011

Unterwegs auf der Routa del Vino

Unterwegs auf der Routa del Vino

19. November –28. November 2011
Geschrieben in Salta, Argentinien

Für einmal nahmen wir ein bisschen Reisetempo raus und verbrachten eine gute Woche in der Region um Salta. Salta selbst ist eine Stadt mit einer knappen halben Million Einwohnern, in die wir uns fast ein bisschen verliebt haben. Nachdem die Mentalität, das Dienstleistungsbewusstsein und auch die Freundlichkeit in Ländern wie Bolivien oder Peru eher mässig waren und wir uns häufig einfach als „Tourist abgestempelt“ vorkammen, fiel uns sofort auf, dass dies in Argentinien nicht mehr der Fall sein wird. Wenn man durch die Stadt schlendert oder am Abend zum Essen in Richtung des zentralen Platzes läuft, findet man sich in einer Mischung aus Spanien und Italien wieder. Herrliche Restaurants, gute Gelaterias, Abends um 23.00 Uhr Temperaturen um die 25 Grad…. So lässt es sich leben!
Und so genossen wir die Stadt mit all ihren Vorzügen und verzichteten auf übermässiges Sightseeing oder irgendwelche geführten Touren.

Routa del Vino

Salta gilt als Startpunkt für die Routa del Vino, eine Strasse welche über knapp 190km in das Spitzenweinanbaugebiet Cafayate führt. Um diese Strecke möglichst autonom zu bestreiten, entschieden wir uns ein Auto zu mieten. Dies führt gleich zu mehreren Herausforderungen:

  1. Autofahren in Südamerika (viel Hupen, grundsätzliches ignorieren der Spuren, komische Vortrittsregelung)
  2. Im Einbahnwirrwarr von Salta den Weg auf die Routa finden
  3. Nach fast drei Monaten Fahrabstinenz wieder mal selber fahren
  4. Nach zwei Jahren Automat wieder mal manuell schalten

Alle vier Dinge haben aber dann bestens geklappt und wir genossen die wilde Fahrt durch die roten Canyons entlang des Rio Urubamba. Da man auf diesen Strassen nicht so schnell fahren konnte und wir „ab und zu“ ein Foto machen wollten, brauchten wir pro Weg ca. 4h….

Cafayate selber ist ein kleines Städtchen, welches komplett auf den Weinanbau ausgerichtet ist und so besichtigten wir diverse Kellereien und degustierten verschiedenste Weine. Es ist schön, einmal die Herkunftshäuser der Weine zu sehen, welche wir auch ab und zu in der Schweiz geniessen.

Nach zwei Tagen fuhren wir dann absolut nüchtern zurück nach Salta und quartierten uns wieder im gleichen Hotel ein.

Morgen geht es nun in eine andere Region weiter. Wir fliegen nach Puerto Iguazu und freuen uns auf die Iguazufälle, welche zu den grössten Wasserfällen der Welt gehören.

 

Reiseschmankerl #3: Auf der Jagd nach Morgenessen

Diese Story hat sich vor ein paar Wochen in Copacabana, Bolivien morgens um 09.00 Uhr abgespielt: Da wir in unserem Hotel keine Möglichkeit zum Frühstücken hatten wollten wir in einems der lokalen Restaurants gehen, also liefen wir los…

1. Restaurant: Die Eingangstür im Erdgeschoss war offen, die Öffnungszeiten lauteten von 7.30- 23.00, die Speisekarte war beleuchtet und wir hatten Hunger. Im ersten Stock angekommen war die Türe verschlossen und auch nach merhmaligem Klopfen wurde nicht geöffnet. Wir zogen weiter…

2. Restaurant: Wir fanden ein geöffnetes Restaurant und bekammen die Karten gereicht. Nach der Bestellung unseres reichhaltigen Frühstücks lief der Kellner 4 Schritte, kehrte ohne mit einer anderen Person zu sprechen zu uns um und meinte: „Es gibt kein Frühstück mehr“. Wir zogen darauf hin weiter…

3. Restaurant: Wir sassen ab und warteten und warteten…. Nach gut 5 Minuten fragten wir nach einer Karte und der Kellner erwiderte: „Wir haben gerade keine Karte, aber wartet einen Moment“. Darauf hin lief der Kellner wieder hinter die Bar und diskutierte und lachte mit seinem Kollegen weiter. Weitere fünf Minuten später hatten wir immer noch keine Karte und der Kellner machte auch keine Anstalten uns eine zu besorgen. Also zogen wir weiter…

4. Restaurant: Erst das vierte Restaurant war geöffnet, hatte Karten, hatte noch Frühstück und bediente uns einigermassen anständig und wir kamen zu unserem Frühstück!

Diese Geschichte wiederspiegelt für uns ein bisschen das Dienstleistungsbewusstsein in manchen südamerikanischen Länderen und wir können uns das als Schweizer gar nicht recht vorstellen, wie man so arbeiten kann…

Bis gli,
Stine u Michu

21. November 2011

Salz & Staub

Salz & Staub

15. November –18. November 2011
Geschrieben in Salta, Argentinien

Die Tour durch die Salar de Uyuni (Salzwüste) und die verschiedenen Wüsten und Nationalparks bis zur chilenischen Grenze war eines der grössten Highlights, die wir bis jetzt auf unserer Reise erlebt haben. Wir sind von dieser Schönheit und schier unendlichen Landschaften total beeindruckt.

Am ersten Tag flogen wir früh am Morgen von La Paz mit einem kleinen Propellerflugzeug nach Uyuni. Das Flugzeug hatte nur 18 Plätze, auf jeder Seite ein Sitz. Mir war während dem ganzen Flug ein bisschen mulmig und ich versuchte mich mit meinem Buch abzulenken. Michu nahm dies locker. Wird schon nichts passieren. Und so war es natürlich auch. In Uyuni starteten wir unsere Tour. Wir haben einen Jeep und einen Fahrer – welcher auch gleich noch Guide und Koch war –  gebucht (sein Name: Placido Domingo, aber nicht der Sänger!!).

Wir begannen unsere Tour mit der Besichtigung des Zugfriedhofs, wo alte Loks und Züge abgestellt wurden, welche nicht mehr für den Transport von Salz und Mineralien brauchbar waren. Danach fuhren wir hinein in die fast unendliche Salzwüste. Placido hatte extrem Freude daran, lustige Fotos von uns zu machen. Hier in der Wüste gelingen diese sehr gut…! 🙂 Am Rand der Salzwüste gab es ein paar Arbeiter, die das Salz verarbeiteten, welches später nach einigen Schritten als Speisesalz verkauft wird.

In der Salzwüste hat es verschiedene „Inseln“, welche wegen der grossen Hitze von Weitem aussehen als würden sie schwimmen. Wir besuchten die Isla del Pescado (sieht von Weitem aus wie ein Fisch der schwimmt), auf der es unzählige, riesige Kakteen gibt. Ein paar werden hier bis 12m hoch und bis zu 1200 Jahre alt. Sie wachsen ca. 1 cm pro Jahr.

Am Abend beobachteten wir den wunderschönen Sonnenuntergang von der Wüste aus. Trotz der Kälte konnten wir uns von dieser schönen Stimmung fast nicht losreissen. Als es dunkel war kamen wir in unserem Salzhotel am Rand der Wüste an, wo wir die erste Nacht verbrachten. Das ganze Hotel besteht aus Salz. Die Wände, das Bett, die Tische und Stühle. Einzig der Boden war aus Holz.

Am zweiten Tag führen wir früh los. Wir überquerten die ganze Salzwüste bis zum anderen Ende und besuchten dort ein Museeum mit alten, in einer Höhle liegenden Gräbern, welche noch aus der Inkazeit stammen. Es sind kleine Löcher im Boden, wo die toten Menschen in embryostellung vergraben wurden. Teils konnte man noch ganze Skelette sehen, welche wegen dem hohen Salzgehalt noch so gut erhalten sind.

Wir fuhren ein paar Stunden durch schöne Wüsten- und Berglandschaften (wo wir auch ein paar kleine bis mittlere (harmlose) Sand-Tornados entdeckten…), bis wir bei einem Aussichtspunkt ankamen, von wo wir einen noch aktiven Vulkan beobachten konnten. Nach diesem Vulkan folgten nacheinander vier schöne, blaue Lagunen. In drei davon leben drei Arten von Flamingos. (Wir konnten sie nicht so gut unterscheiden, aber Placido wusste immer genau welcher welcher war…) Bei den Lagunen verbrachten wir sehr viel Zeit, da diese je nach Wind und Sonnenlicht andere Farben hatten, und dies und die Tiere zu beobachten war wuderschön. In der Nähe der Lagunen sahen wir auch immer viele Vicuñas. Die ein bisschen dünneren und kleineren Lamas. 🙂 Bald wurde es schon Abend und wir fuhren Richtung Wüstenhotel. Es ging aufwärts bis auf 4700 müM durch eine rote und orange Wüste mit sehr sehr starkem Wind. Die Aussicht vom Hotel war toll. Rundherum nur Wüste und Berge soweit das Auge reicht.

Nach nur wenig Schlaf fuhren wir am dritten Tag bei -5 Grad Kälte um 5:30 weiter. Ich weiss, in der Schweiz ist es mittlerweile in der Nacht auch so kalt, aber wir haben hier ja keine Daunenjacke und Winterstiefel… 🙂 Nach einer kurzen Fahrt hielten wir bei Felsen an, welche aus Algen und Korallen bestehen, die sich durch die vielen Jahre in schöne Felsformationen versteinert haben. Früher war hier ein Meer, jetzt liegt die Wüste auf über 4500 müM! Die Stimmung war wegen des Sonnenaufgangs ganz speziell und das Licht tauchte die Felsen in schöne Farben. Leider hielten wir es hier wegen der Kälte nicht so lange aus und waren froh, wieder im „warmen“ Jeep zu sitzen und weiter Richtung Laguna Colorada zu fahren. Diese Lagune war zur Abwechslung mal nicht blau/grün, sonder durch die vielen roten Algen und die Mineralien schön rot/braun. Was das ganze noch spezieller machte waren die Berge, die sich im Wasser spiegelten und die vielen pinkigen Farbtupfer im Wasser (aus der Nähe waren es Flamingos). In dieser Lagune leben bis zu 70 000 Flamingos…

Was uns an diesem Tag am besten gefiel waren die Geysirbecken mitten in der Wüste auf 4900 müM. Es gab Geysire, welche den warmen Dampf bis zu 4m Höhe in die Luft schossen. Ausserdem war das Dampfen sehr sehr laut. Wir hielten es nicht lange neben dem Geysir aus, nur schnell fürs Foto…! Andere waren Becken in verschiedenen Grössen, wo es blubberte und dampfte und den Schlamm nur ein paar cm. weit in die Höhe spuckte. Dies war so eindrücklich und schön, dass wir eine ganze Weile dort verbrachten. Die Becken durften wir nur mit dem Führer besichtigen, da der Dampf extrem heiss ist und der Schlamm bis 180 Grad heiss werden kann. Also wenn man da reinfällt oder durch den Dampf läuft…! Weiter ging es durch den Nationalpark Salvador Dali, wo es wunderschöne, farbige Berge gab. Diese sahen aus als wären sie gemalt. Eben ähnlich einem Bild von Salvador Dali. Deshalb der Name. Der letzte Stopp bevor wir mit dem Minibus von der chilenischen Grenze nach San Pedro de Atacama (Chile) fuhren war die Laguna Verde. Eine kleine Lagune ohne Flamingos, denn sie ist giftig. Das Grün der Lagune wird durch eine Kupferablagerung und durch das Sonnenlicht erzeugt.

In San Pedro de Atacama verbrachten wir nur eine Nacht. Es ist eine kleine Wüstenstadt mit vielen Touristen und sehr hohen Preisen. Schon am nächsten Tag fuhren wir in 11 Stunden nach Salta. Eine Stadt in einer der vielen Weinregionen Argentiniens.

Das allerbeste an dieser 3- tägigen Tour war aber (und das muss ich jetzt einfach noch erwähnen), dass am 15.11.2011 meine Nichte und Michus „Göttimeitschi“ Hanna Lisa geboren wurde. Wir freuen uns riesig!

Bis zum nächsten Mal aus der Weinregion!

Stine u Michu

14. November 2011

Mehr Abenteuer als nötig am Titicacasee

Mehr Abenteuer als nötig am Titicacasee

7. Oktober – 14. November 2011
Geschrieben in La Paz, Bolivien

Reiseschmankerl #2: Wie Schweizer Vielzugfahrer den Zug in Peru verpassen…

Bereits im letzten Bericht haben wir kurz unsere Panne beim Zugfahren angetönt und hier nun die ganze Story dazu:
Als Besonderheit haben wir uns bereits zu Beginn der Reise entschieden, dass wir uns zwischen Cusco und Puno eine Zugfahrt mit dem Andean Explorer von Perurail gönnen wollen, da es ab und zu auch ein Hauch von Luxus sein darf. Die Fahrt kostete zwar etwa ein vierfaches des peruanischen Tagesbudgets, aber die Fahrt sei atemberaubend, wurde uns von mehreren Reisenden berichtet. Da wir bereits zwei Tage vorher ebenfalls mit einem Zug der Perurail zum Machu Picchu fuhren und wir da viel zu früh am Bahnhof waren, gingen wir diesmal etwas später aber trotzdem noch völlig in der Zeit liegend. Der Bahnhof befindet sich nicht in Cusco selber, sondern in Poroy, welches in ca. 25 Minuten mit dem Taxi zu erreichen ist. Als wir um 7.30 Uhr (Abfahrt um 08.00 Uhr) am Bahnhof ankamen, meinte Stine bald: „Es hat irgendwie so wenig Leute und unser Zug ist auf der Anzeigetafel auch nicht angezeigt“. Also kontrollierten wir die Tickets und merkten, dass der Zug nicht in Poroy sondern in Cusco fährt – Mist!

Verzweifelt suchten wir ein Taxi und fanden um 7.40 Uhr auch endlich eins, welches uns so schnell als möglich nach Cusco fahren sollte. Als Ansporn versprachen wir dem Taxifahrer einen zusätzlichen Dollar, wenn wir es rechtzeitig schaffen. Aber wie es Murphys Gesetz eben will, erwischten wir jeden langsamen Bus und Lastwagen, welcher um diese Zeit unterwegs war und so erreichten wir um 8.02 Uhr den Bahnhof in Cusco. Pünktlichkeit ist keine Sache, mit denen sich die Peruaner schmücken können, aber Perurail wollte an diesem Tag nicht unpünktlich sein und so war der Zug weg – Doppelt Mist!

In Aussicht der Alternative (einer 12h Nachtbusfahrt) rannten wir panisch zu einer Schalterdame und erzählten unser Problem, diese rannte kurz darauf noch viel panischer zum Bahnhofvorsteher und erklärte die gesamte Situation. Cool und abgebrüht wie ein Bahnhofsvorsteher halt sein muss (stell ich mir zumindest so vor) lief dieser gemütlich zu uns, packte sein Funkgerät und besprach sich mit dem Zugchef des fahrenden Zuges.

Zwei Minuten später wussten wir, dass falls es uns gelingt mit dem Taxi den Zug zu überholen, wir einsteigen können. Also beauftragten wir unseren Taxifahrer erneut Gas zu geben und so schnell wie möglich die Aufstiegsstelle ausserhalb von Cusco zu erreichen. Bereits nach einigen Minuten konnten wir am Stadtrand von Cusco den Zug erspähen und beobachteten wie wir Meter für Meter aufholten. Als unsere Fingernägel am Ende waren, hatten wir den Zug endlich überholt und konnten nun den nötigen Vorsprung gewinnen. Nach der 40 Minütigen Taxifahrt erreichten wir die Stelle, stellten uns an die Gleise und winkten mit unseren Tickets. Nach wenigen Minuten kam der Zug in Sichtweite, begann zu bremsen und liess uns einsteigen… Drinnen angekommen nahm uns das super nette Personal sofort die Rucksäcke ab und brachten uns ein Getränk… Schnauff!

Die Fahrt selber war dann genial: Super Essen, ein bisschen Luxus und die unbeschreibliche Landschaft dieser Andenhochebene, auf der der Zug zeitweise auf über 4’300m stieg.

Puno war die Endstation des Zuges und dort verweilten wir zwei Nächte am Titicacasee. Der Ort selber hat sehr wenig zu bieten und diente uns als Ausgangspunkt für die nächste Station unserer Reise. Von Puno aus hätten wir gerne die schwimmenden Inseln besucht, was aber wegen dem Gesundheitszustand von Stine leider nicht möglich war. (Man merke sich: Niemals Eis im Getränk!)

Copacabana

Wir liessen Peru hinter uns zurück und fuhren innert drei Stunden mit dem Bus dem Titicacasee entlang bis wir die bolivianische Grenze erreichten, von dort aus war es zu unserem Ziel nur noch ein Katzensprung. Copacabana ist ein winziges Städtchen am höchsten von komerziellen Schiffen befahreren See der Welt, dem Titicacasee. Dieser  liegt auf einer Höhe von 3’810m, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine maximale Tiefe von 281 m. Das Städtchen ist sehr touristisch und bietet ausser einem Hafen mit den Tourschiffen nicht viel. Dafür hatten wir hier das beste, kreativste Hotel der ganzen Reise bis jetzt! Die Lage war ein bisschen erhöht, das Zimmer inkl. Galerie war vor allem aus Holz und Stein gebaut. Riesen Glasfront mit Sicht auf den See, eigene, kleine Terrasse mit Hängematten und Liegestühlen, eine Dusche aus Stein usw.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem kleinen, klapprigen Schiff auf die Isla del Sol (Sonneninsel), welche der Inkalegende nach der Enstehungsort der Sonne und der Inkas sein soll. Die Insel ist landschaftlich sehr karg und beherbergt einige Inknaruinen. In einer ca. vierstündigen Wanderung an der prallen Sonne auf über 4’000 m waren wir froh, das Südende erreicht zu haben und wieder ins Boot steigen zu können.

La Paz

Vorgestern fuhren wir dann mit dem Bus weiter nach La Paz. Die Fahrt war durch das Warten auf die Tour de Bolivia (Echt!), das Überschiffen auf einem engen Kanal des Titicacasees und der kurvigen Strassen wirklich abenteuerlich. La Paz ist mit knapp 900’000 Einwohnern eine kleinere Stadt und hat den höchsten Regierungssitz der Welt. Die Stadt selbst ist nicht schön,  sehr schmutzig und bietet keine touristischen Highlights. Wir nutzen die Zeit hier vor allem zum Organisieren der Tour in die Salar de Uyuni (Salzwüste), welche wir am 15.11.11 starten werden.

Wir melden uns bald wieder mit den Eindrücken aus der grössten Salzwüste der Welt und wünschen euch bis dahin viel Spass mit diesem Bericht.

Bis gli,
Stine u Michu

8. November 2011

Auf den Spuren der Inkas

Auf den Spuren der Inkas

28. Oktober – 6. November 2011
Geschrieben in Cusco, Peru

Nun sind wir in der Hauptstadt Perus angekommen, eine riesige Stadt mit ungefähr 9 Millionen Einwohnern. Wir verbrachten 3 Tage hier und besuchten einen Bekannten von mir. Emilio war vor ein paar Jahren ein peruanischer Konsulat in Bern und war ein Stammkunde von mir im Reisebüro. Durch ihn konnten wir ein ganz altes, spanisches Herrenhaus besichtigen, welches ein Teil des Aussenministeriums ist, in dem er arbeitet. Das Haus ist nicht öffentlich, es dürfen nur Minister, Präsidente ect. rein. Hier halten sie Sitzungen ab und unterzeichnen Verträge. Das Gebäude hat einen wunderschönen Innenhof, alte, noch von den Marquesen stammende Möbel und Gemälde und die alten schön verzierten Balkone aus Holz. Wir konnten uns richtig vorstellen, wie die reichen Spanier hier früher lebten. Und wir hatten das Glück, dies alles sehen zu können. Eigentlich gehört dies alles in ein Museum… meinte Emilio.

Wir besichtigten in der Altstad von Lima, welche aus vielen Plätzen und Gebäuden im kolonial- und barockstil besteht, noch eine Kathedrale, wo der Sarg des spanischen Eroberers Pizzaro steht (ob er wirklich drinn liegt weiss niemand so recht…) und eine andere Kirche mit tausenden von Gräbern unten in den Katakomben. Diese Katakomben waren teils nicht so hoch und breit, so dass es einem ein bisschen mulmig wurde. Ausserdem konnte man überall Gräber mit Menschenknochen sehen, was das ganze nicht angenehmer machte. Genau zu dieser Zeit, als wir da unten waren, war das starke Erdbeben in der Nähe von Lima. Wir haben auf jeden Fall nichts gespürt, währenddem Emilio es im 4. Stock seines Arbeitsplatzes sehr gut gespürt hat.

In Lima gibt es ein sicheres Viertel mit Name Miraflores. Hier befinden sich die meisten Hotels. Es hat viele Restaurants und Bars und zum Meer ist es auch nicht weit. Wir gingen an der Promenade, welche sich oberhalb der Klippen befindet, spazieren und besuchten noch ein paar Stunden ein Shoppingcenter, welches in die Klippen eingebaut ist. 🙂 Am Meer unten hat es keine schöne Promenade zum spazieren und die mehrspurige, lärmige Strasse ist gleich hinter dem Strand. Deshalb, und weil das Wasser sowieso viel zu kalt war, gingen wir nicht runter zum Meer.

Cusco

Nur eine knappe Flugstunde von Lima entfernt befindet sich Cusco. Eine schöne, kleine Stadt mit wiederum vielen Gebäuden im Kolonialstil und vielen schönen Plätzen. Die Altstadt ist so klein, dass man sie in einem halben Tag gesehen hat. Trotzdem blieben wir hier eine ganze Woche. Schliesslich hat Cusco mehr zu bieten als nur die Stadt selbst:

Von hier aus wollen wir den Machu Picchu besichtigen. Doch bis wir endlich unsere Eintritttickets in der Hand hielten vergingen einige Stunden: Via Globetrotter und Reiseführer wurden wir informiert, dass wir die Tickets spätestens 15 Tage vorher via Internet reservieren müssen. Dies haben wir natürlich gemacht. Auf dieser Internetseite steht dann eine Adresse in Cusco, wo man mit der angegebenen Reservierungsnummer das Ticket abholen und bezahlen muss. Also gingen wir zu dieser Adresse. Die Dame und ihr Kollege dort wussten aber von nichts und gaben uns eine andere Adresse an. Also fuhren wir mit dem Taxi dort hin. Wir standen lange an um dann von diesem Herr die Auskunft zu erhalten, dass diese Reservationsnummer nicht mehr gültig sei. Man müsse nach der Reservation innerhalb 6h bezahlen, sonst werde die Reservierung wieder ungültig. OK… von dem stand leider in den zweiseitigen Bedingungen und Informationen auf der Internetseite nichts. Wir standen danach in der anderen Schlange an, um zuerst ein Ticket zu reservieren. Eine Dame, welche in einem Reisebüro arbeitet und auch anstand, empfahl uns zuerst zu schauen ob es überhaupt noch ein Zug für diesen Tag hat. Denn sonst haben wir ein Ticket und kommen mit dem Zug nicht hin. (Ja, Reisebüro-Angestellte sind eben hilfsbereit. 🙂 ) Also gingen wir ohne Ticket zurück ins Zentrum und buchten bei Railperu den Zug. Leider war nun das Machu Picchu-Büro schon geschlossen und wir mussten  bis zum nächsten Tag warten. Gleich am nächsten Tag um 8 Uhr reservierten wir unsere Tickets im Internet und gingen wieder mit dem Taxi zu diesem Büro. Leider hatte dies an diesem und auch am nächsten Tag (wegen einem Feiertag) geschlossen. Na toll, dachten wir. Was machen wir jetzt? Wir gingen also zurück ins Hotel und schauten auf der Internetseite was es sonst noch für Lösungen gibt. Ganz klein in einer Ecke fanden wir „pay with Visa“! Jupiiii, so einfach würde es gehen. 🙂 (Tickets ausdrucken in einem Internetcafe war dann das kleinste Problem…)

Bevor wir aber die Ruinen des Machu Picchu sahen, besichtigten wir – in einer zu 98% aus Einheimischen oder Südamerikanern bestehenden Gruppe – das Heilige Tal (Valle Sagrado). Dieser Ausflug, welcher von 9:00 bis 19:30 dauerte, war von der Natur her sehr sehr schön. Von der Gruppe her aber eher mühsam. Wir waren ca. 30 Leute und 24 davon kamen immer zu spät. (Wir waren genau 6 Touristen von anderen Kontinenten…) Somit hiess es oft warten, suchen, warten… Ausserdem war der Bus nach einiger Zeit voller Souvenirsäcke und Maiskolben. (Die kauften einfach alles… und assen immer Maiskolben mit Käse 🙂 )

Trotzdem war es eine Reise wert, denn die Inka-Ruinen waren unglaublich schön und beeindruckend. Der Guide war sehr gut, er wusste sehr viel Spannendes über die Inkas und die Ruinen zu erzählen. Wir besichtigten zuerst einen (Touristen-) Markt mit vielen Souvenirs (dieser war jetzt nicht gerade das Highlight) und danach die sehr hoch gelegene Ruine von Pisac. Von ganz oben hatte man einen herrlichen Ausblick auf die riesigen Terassen und das heilige Tal mit dem Fluss Urubamba. Später fuhren wir nach Ollantambuyo, wo es auch eine sehr beeindruckende, kleinere Ruine hatte. Wiederum ein schöner Ausblick, war aber etwas anstrengender als die vorherige. Wir stiegen die ganzen Treppen bis ganz oben hinauf. Die nächste Ruine erreichten wir erst in der Dämmerung, dies hüllte sie aber in eine ganz spezielle Atmosphäre. Die Ruine wurde von den Spaniern zum grössten Teil „überbaut“, deshalb steht heute auf einer Ruine z.B. eine Kirche.

Das Highlight – Machu Picchu

Machu Picchu (heisst: „alter Berg“) war grossartig. Trotz der vielen Touristen war die riesige, immer noch sehr gut erhaltene Ruine wunderschön und sehr beeindruckend. Denn abgesehen von der hohen Qualität der Architektur und der Kunst wie die Inkas all diese Steine verarbeitet haben, verdankt Machu Picchu ein grosser Teil seiner Schönheit auch seiner majestätischen Lage sowie der umliegenden Landschaft. Die Stadt ist von Schluchten und Bergen zwischen den Anden und dem Regenwald des Amazonas umgeben.

Die Stadt bestand früher aus Tempeln, Palästen, Altären, Plätzen, Strassen, Wegen, Bädern und einigen Wohnhäusern. Ausserdem sehr viele Terassen, welche als Anbauflächen genutzt wurden. Wir konnten die ganze Ruine im Überblick auf dem Gipfel des kleinen Huayna Picchu, einem Berg gegenüber Machu Picchu bestaunen. Es kostete uns 30 Minuten für den anstrengenden Aufstieg in dieser Hitze, aber es lohnte sich, denn die Sicht war überwältigend. (Leider schaffte ich es nicht auf den grossen Huayna Picchu, welcher eine Stunde steiler Aufstieg bedeutet hätte.)

Nach dem Abstieg besichtigten wir in 3 1/2 Stunden die ganze Anlage. Wir gingen diesmal ohne Gruppe und Guide, kauften uns aber einen ausführlichen Reiseführer auf Deutsch. Zuerst stiegen wir die Treppen rauf auf den höchsten Punkt von Machu Picchu, dem Wachhaus. Von hier hat man einen 360 Grad Rundumblick und die Inkas konnten von hier Feinde entdecken. Unsere Frage war nur, wer kam den schon hier hin??? Das konnte doch niemand finden… (ausser 1911 der Entdecker Hiram Bingham…) Danach stiegen wir wieder Treppe runter, rauf, runter… besichtigten die Stadt wo die Inkas wohnten, den Sonnentempel, das königliche Grab, das königliche Quartier (sah nicht viel anders aus als die Wohnhäuser…), den heiligen Platz mit paar Tempeln, die Pyramide (wo die Zeremonien und Opferungen stattfanden) und das Gefängnis.

Wie wir den Zug nach Puno verpasst und doch noch erwischt haben und vieles mehr erfahrt ihr im nächsten Bericht. 🙂

Bis gli,
Stine u Michu